Bish, Bill: Interview (Archivversion) «Wir lassen uns nicht wie Untertanen behandeln“

Die National Coalition of Motorcyclists (NCOM) kämpft gegen Helmgesetze in den USA. Pressesprecher Bill Bish erklärt, warum.

? Was macht die NCOM?Wir sind eine Dachverband für 400 Clubs, Gruppen und Biker-Rechts-Organistionen in den USA und Kanada. Ich schätze, daß wir 200 000 bis 300 000 Motorradfahrer repräsentieren. Die nationale Koalition unterstützt ihre Mitglieder durch juristischen Rat, kämpft gegen Diskriminierung, bereitet einen finanziellen Fonds für Prozesse, unterstützt gesetzliche Initiativen, sammelt Informationen und vieles andere mehr. Kurz, wir betreiben Lobbying. Finanziert wird die NCOM ausschließlich durch Anwälte, die einen Teil der Gebühren, die sie bei Schadensersatzklagen von Motorradfahrern einnehmen, beisteuern. So wird das Geld wieder in die Sache der Motorradfahrer gesteckt.? Was unternimmt die NCOM gegen die Helmgesetze?Die Helmgesetze werden von den einzelnen Bundesstaaten gemacht. Allerdings verlangte der Kongreß in Washington in der Vergangenheit die Verabschiedung solcher Gesetze. Weigerten sich die Bundesstaaten, kürzte die US-Regierung die Mittel für den Unterhalt der Highways. Das war Erpressung. Aber jetzt hat der Kongreß eingelenkt, und wir kämpfen in jedem einzelnen Staat um die Abschaffung. Dieses Jahr ändern vielleicht noch Pennsylvania und New Jersey ihre strikten Helmgesetze. Im Januar hat das Repräsentantenhaus in Kalifornien der Abschaffung des Gesetzes zugestimmt, aber ein Komittee des Senats hat´s abgelehnt. Wir versuchen es nächstes Jahr wieder. ? Warum seid Ihr gegen das Tragen von Helmen?Statistisch gesehen sterben mehr Motorradfahrer pro Hundert Unfälle in den Staaten mit Helmgesetz als in denen ohne. Wir sagen nicht, daß Helme Killer sind. Aber wer keinen trägt, fährt auch vorsichtiger. Außerdem soll jeder selbst entscheiden können, ob er will oder nicht. Wir sind erwachsene Bürger, und die Regierung dient unserem Wohl und nicht umgekehrt. Wir sind als amerikanisches Volk der politische Entscheidungsträger und lassen uns nicht wie Untertanen behandeln.

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