Bitumenflickerei als Todesfalle (Archivversion)

Die Straßen-Lage ist schlecht, aber nicht hoffnungslos. Vorausgesetzt, die Motorradfahrer tun was.

Es gibt da dieses ungeschriebene Gesetz unter Motorradfahrern: Wenn du dich aufs Maul legst, halt die Schnauze. Schließlich ist ein Sturz immer eine Schande. Irgendwie korrekt: Bei vorausschauender Fahrweise kann einen geübten Biker eigentlich nichts überraschen. Weder üble Straßenschäden noch über die Fahrbahn hoppelnde Hasen. Soweit die Theorie. Aber die ist ja bekanntermaßen grau. Und wird geradezu greulich, angesichts der vielen Neu- und Wiedereinsteiger auf zwei Rädern. Die üben sich noch im Lesen der Straße. Doch ihre Lektüre wird immer schlechter. Weil leere Kassen die Straßenbauämter zu halbherzigen Lösungen zwingen. Daran wird sich angesichts der Haushaltsmisere bei Bund, Ländern und Gemeinden auch so schnell nichts ändern. Also geht es zunächst erst mal darum, wie wir Motorradfahrer mit dieser Misere leben. Lebensgefährlichen Pfusch anzuprangern und notfalls gerichtlich gegen die Verantwortlichen vorzugehen ist das eine. Aber dann ist das Kind schon in den Brunnen gefallen. Deshalb müssen jetzt die erfahrenen Motorradfahrer ran. Sie sollten über ihren Schatten springen, zugeben: »Ja, dort hat’s mich fast erwischt.« Und mehr noch: Sie sollten bei den zuständigen Behörden vorsprechen, Nachbesserung oder zumindest Warntafeln einklagen. Nicht wegen jedem ausgespritzten Riß. Dann sähe man vor lauter Schildern die Straße nicht mehr. Aber wenn, wie auf der B 257, großflächig mit Bitumen rumgeschmiert wird, auf jeden Fall. Das kleine bißchen Mühe und Aufwand, das damit verbunden ist, lohnt sich auf jeden Fall. Es kann Leben retten.

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