Blei-Ersatz (Archivversion)

DIE BLEI-FREIER

Ab sofort darf jeder bleifrei tanken. Jeder! Es gibt nämlich preisgünstigen Ersatz fürs giftige Schwermetall.

Blei im Benzin hatte jahrzehntelang zwei Funktionen. Zum einen erhöhte es die Oktanzahl und verbesserte dadurch die Klopffestigkeit. Zum anderen schmierte und dämpfte das Blei die Ventilsitze älterer Motoren. Spätestens seit der 1989 erfolgten Markteinführung von SuperPlus ist das Argument der Klopffestigkeit von verbleitem Kraftstoff hinfällig, denn mit 98 Oktan bringt es das preiswertere SuperPlus auf exakt den gleichen Wert wie Super verbleit.Was blieb, war die Funktion als Schmiermittel. Doch auch in diesem Job hat Blei endgültig ausgedient, denn zwei namhafte Unternehmen der Mineralölindustrie bieten mittlerweile Ersatzstoffe an, die das hochgiftige Blei und damit auch Super verbleit überflüssig machen. Aus Hamburg kommt »Castrol TBE«, das Pendant aus Ulm heißt »Liqui Moly Blei-Ersatz«. Beides sind Additive in Form einer braunen Flüssigkeit, die dem Kraftstoff beigemischt werden. Die schmierende Wirkung des Bleis wird von organischen Natrium- und Kaliumverbindungen übernommen. Die Mittel verbrennen mit dem Benzin und verschlechtern die Abgasemmission nicht. Die zu verwendende Kraftstoffsorte hängt von der ursprünglich benötigten Oktanzahl ab. Ein Motor, der früher mit verbleitem Normalbenzin zufrieden war, benötigt zukünftig auch nur Normalbenzin plus Additiv. Hochverdichtete Motoren, die immer schon Super benötigten, brauchen auch weiterhin Super, allerdings darf es nun das bleifreie sein.Einziger Wermutstropfen: Die Gebindegrößen sind für Motorradfahrer etwas unpraktisch. »Castrol TBE« wird ausschließlich in der 0,5-Liter-Packung für zirka 25 Mark verkauft. Bei einem Mischungsverhältnis von 1 : 1000 reicht das für 500 Liter Kraftstoff, macht pro Liter Benzin fünf Pfennig Aufpreis. »Liqui Moly Blei-Ersatz« gibt’s in einer 150-Milliliter-Dose für 5,95 Mark, die für 40 Liter Benzin reicht - pro Liter also knapp 15 Pfennig Mehrkosten. Das wirkt im ersten Moment relativ heftig, rechnet sich aber durchaus, wenn man bedenkt, daß einige Oldie-Besitzer durch Verwendung des Additivs von Super verbleit auf Normalbenzin umsteigen können - und da macht die Preisdifferenz pro Liter immerhin 20 Pfennig aus. Infos zum Castrol-Produkt gibt’s unter Telefon 0 40/3 59 42 10, die Liqui Moly-Hotline lautet 01 30/83 23 23.
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AB WANN BLEIFREI? (Archivversion)

Neufahrzeuge können praktisch ausnahmslos mit bleifreiem Benzin betrieben werden. Für die Besitzer älterer Maschinen ist aber nicht immer ganz klar, ob ihr Motorrad uneingeschränkt Bleifrei verträgt. Die nachfolgende Übersicht gibt eine grobe Orientierung. Die Jahresangaben beziehen sich auf das Modell-/Baujahr, das nicht immer mit dem Jahr der Erstzulassung identisch sein muß. Im Zweifelsfall lieber beim Importeur oder Händler unter Angabe der Fahrgestellnummer nachfragen.Aprilia: alle ab 1989 offiziell importierten Maschinen. BMW: ab 1985, R 80 ST und G/S erst ab 1987, jeweils abhängig von Fahrgestellnummer. Ducati: ab 1988, alle Modelle der neuen Zahnriemen-Generation. Harley-Davidson: ab 1980. Honda: alle Modelle. Kawasaki: ab 1976. KTM: alle Modelle. Moto Guzzi: ab 1991, abhängig von Fahrgestellnummer. MZ: alle Modelle. Suzuki: alle Modelle. Triumph: ab 1991. Vespa: alle Modelle. Yamaha: ab 1978.

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