BMW-ABS-Rückruf (Archivversion) Blend-Wirkung

Vorspann

Wie bereits gemeldet, ruft BMW zurzeit etwa 90000 Motorräder in die Werkstatt zurück, um eine Modifikation an der ABS-Bremse durchzuführen. Betroffen sind nur Maschinen mit CAN-Bus-Technologie, also die 1200er-Boxer und die neueren K-Vierzylinder. Lediglich die Hohlschraube der Handbremspumpe wird gegen eine mit eingesetzter Lochblende getauscht. Eventuelle Druckspitzen in der Bremshydraulik sollen so verhindert werden, die bei extrem schneller Betätigung des Bremshebels auftreten konnten und in Einzelfällen zum Ausfall des ABS führten, allerdings nur in Kombination mit geringer Batteriespannung. Dazu war es bei Fahrtrainings gekommen, wenn Motorräder mit eingeschalteter Zündung gestanden hatten und dann ohne längere Fahrt vorsätzlich in den Regelbereich gebremst wurde. Im Straßenverkehr ist dieses Problem bisher nicht nachweislich aufgetreten.
Die normale ABS-Funktion sowie das Regelverhalten des Bremskraftverstärkers werden durch die Modifikation nicht verändert. Die Umrüstung ist mit dem Kraftfahrt-Bundesamt abgestimmt, das diese Maßnahme begrüßt. Das Verfahren gegen drei BMW-Manager, das im letzten Jahr nach der Anzeige eines BMW-Fahrers aufgenommen wurde, hat die Staatsanwaltschaft inzwischen eingestellt. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass das BMW-ABS einzig in Deutschland in die Diskussion geriet. Selbst die strenge amerikanische Rückrufbehörde NHTSA sah bislang keinen Anlass, in dieser Sache tätig zu werden.
Auch die Dauertest-K 1200 S von MOTORRAD erhielt zwischenzeitlich die neue Hohlschraube. Ein kleiner Eingriff, für den BMW jedoch inklusive Entlüftung der Bremshydraulik und Überprüfung der kompletten Anlage zwei Arbeitsstunden ansetzt. gt

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel