BMW: Dichtung und Wahrheit (Archivversion) BMW: Dichtung <br /><br /> und Wahrheit

Pressemitteilungen dienen gemeinhin der Information der Öffentlichkeit. Nicht selten ist der
Mitteilende dabei versucht, seine eigene Wahrheit zu platzieren,
die öffentliche Meinung also von anderen Richtungen oder möglichen Interpretationen abzulenken.
Damit das nicht so leicht gelingt, gibt es unabhängige
Journalisten. Die guten davon recherchieren stets noch an an-
deren Quellen das behandelte Thema, statt die Pressemitteilung
willig nachzuplappern. Erst wenn diese aus unabhängigem Munde bestätigt wurde, entsteht daraus eine wahre Geschichte. Sie können das, liebe Leserinnen und Leser, an dem gerade
von BMW lancierten Bericht über einen »Versuchsträger« wunderschön nachvollziehen (siehe Seite 10).
Niemand, insbesondere nicht BMW, würde einen Versuchs-
träger freiwillig herzeigen, so wie es die Münchner mit ihrer Presse-
mitteilung suggerieren. Nein, mit dieser PR-Aktion wird Politik
betrieben. Denn es handelt sich bei der abgelichteten Maschine um nichts anderes als einen ehemaligen MotoGP-Prototyp, von dem MOTORRAD bereits Anfang 2002 Wind bekam.
Damals zeichnete MOTORRAD-Designer Stefan Kraft einen prächtigen MotoGP-Dreizylinder, der heute abgebildeten Maschine gar nicht mal unähnlich. MOTORRAD wusste sehr früh um dieses Projekt, das den Titel der Ausgabe 9/2002 schmückte. Dass
es jetzt als Versuchsträger für spätere Straßenmotorräder getarnt werden soll, zeugt von großen inneren Spannungen bei BMW.
Wahr ist jedoch, dass die Bayern an einem Supersportler arbeiten. Und Sie können sicher sein, liebe Leserinnen und Leser, dass wir schon ziemlich genau wissen, wie der aussehen wird. Wir nehmen unseren Beruf ernst – und verlassen uns nicht auf die Dichtungen von PR-Abteilungen, sondern recherchieren immer die Wahrheit.

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