BMW GS-Trophy 2010 im Süden Afrikas Der Kampf der BMW-GS Rallyepiloten

Abenteuer, Herausforderung, Schweiß - das ist die GS-Trophy. Die zweite Ausgabe des legendären Wettbewerbs war ein Kampf miteinander, gegeneinader und gegen den inneren Schweinehund.

Foto: Schwarz

Wieder ist der Schauplatz der große Sandkasten Afrikas. Nach achtmonatiger Planung und 10000 Kilometern Scouting durch Südafrika, Swaziland und Mosambik hat das Team um Tomm Wolf, den sportlichen Leiter der Trophy, eine Route ausgearbeitet, die es in sich hat: 2000 Kilometer Schotter, verspurter Tiefsand, Schlamm, Flussdurchfahrten, Single Trails und Asphalt mit Schlaglöchern, tief genug, um ein ganzes Motorrad zu verschlucken. Die Trophy ist voller Emotionen. Sie ist ein Spagat zwischen Teamgeist und Ego, hier werden bei hohem Spaßfaktor mit der GS Grenzen erfahren.

Zehn Teams aus dreizehn Nationen (USA, Kanada, Schweden, Norwegen, Finnland, Deutschland, Österreich, Schweiz, Großbritannien, Italien, Spanien, Südafrika, Japan) treten auf von Touratech modifizierten BMW F 800 GS gegeneinander an. Offroad-Erfahrene und Sand-Unerfahrene. "It‘s not a race!", hämmert Tomm den Teilnehmern beim allmorgendlichen Briefing immer wieder ein. Fahrkönnen allein reicht nicht.

Was zählt, sind Improvisationstalent, Kondition, faires Teamplay, gute Laune und die Fähigkeit, in der Staubfahne, die der Vordermann aufwirbelt, den Durchblick zu behalten. Für die meisten Teilnehmer ist Afrika absolutes Neuland. "If theres a lion open the throttle (Wenn ihr einem Löwen begegnet, dann gebt Gas)!", rät Tomm. Jan du Troit, Tomms rechte Hand, behauptet, wenn man ein Ohr aus einem Schlagloch herausragen sähe, gehöre das keinem Hasen, sondern einem Esel. Im Zeichen der internationalen Verständigung werden die zwei Teams, die einem Marshall auf seiner 1200er-GS folgen, täglich neu gemischt. Zwischen 150 und 340 Kilometer sind die Tagesetappen lang, gespickt mit zwei bis drei Sonderprüfungen. "Überraschungsfaktor" nennt Tomm, dass die Teilnehmer erst vor Ort erfahren, worum es geht.

Die Highlights: Nach 30 Kilometern Sandwühlerei bei schweißtreibenden 40 Grad endet der härteste Fahrtag im mosambikanischen Ponta do Ouro am Indischen Ozean; zwischen Giraffen, Löwen, Nashörnern, Büffeln und Zebras in den Wildreservaten Phinda und Pongola Enduro fahren; der nationalitätenübergreifende Enthusiasmus.

Als der GS-Tross am Ende der Trophy wieder bei Touratech Südafrika in Johannesburg einrollt, sind alle glücklich. Die Klamotten eingestaubt, Bartstoppeln im Gesicht, die Bikes charaktervoll zerkratzt. Mit einem knappen Punkt Vorsprung vor den Südafrikanern dürfen die Briten die Trophy-Trophäe mit auf ihre Insel nehmen. Was alle mit nach Hause nehmen, sind neue Freunde und starke Erinnerungen an eine verdammt gute Zeit.

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