BMW S 1000 RR; Paton BiC500; KTM-Vorderradantrieb (Archivversion) Intro

BMW S 1000 RR
Auf öffentlichen Straßen erwischt: S 1000 RR, die wohl erst Ende 2009 auf den Markt kommt.

Die Superbike-Rennmaschine S 1000 RR stellte BMW nochmals auf der Messe Intermot im Oktober in Köln vor (MOTORRAD 22/2008). Jetzt gibt es neue Fotos der Straßenversion, von der BMW bis Ende 2009 genau 1000 Stück bauen muss, um die Kriterien der Homologation für die Superbike-WM zu erfüllen. Auffällig sind die asymmetrisch geformten Scheinwerfer und eine vergleichsweise kleine Vollverkleidung mit ebenfalls unterschiedlich geformten Lufteinlässen auf der linken und rechten Seite. Ob die Kringel auf der Verkleidung bleiben? Sicher ist, dass die S 1000 RR weniger als 204 Kilogramm wiegt und über ABS und Traktionskontrolle verfügt. Zudem hat der Motor stufenlos variable Ansaugtrichter und ist kurzhubig ausgelegt.


Interview Stefan Kiefer
„Ein Armutszeugnis für Deutschland“

Stefan Kiefer, Teamchef der deutschen GP-Hoffnung Stefan Bradl, über die Perspektiven für 2009.

Herr Kiefer, eigentlich hatten wir dieser Tage die Meldung erwartet, dass Stefan Bradl in die 250er-WM 2009 aufsteigt – dank Red Bull als Ersatz für den abgesprungenen Hauptsponsor Grizzly. Warum klappt das nicht?
Wir haben von Red Bull eine Absage bekommen. Mit der Begründung, dass ein zusätzliches Engagement für Red Bull im nächsten Jahr nicht zur Debatte steht und dass unser Angebot aus budgetären Gründen nicht wahrgenommen wird.

Nun ist Stefan Bradl nach der Saison 2008 nicht irgendwer, sondern der erfolgreichste deutsche Grand-Prix-Rennfahrer. Hat das nicht gereicht, um Red Bull zu überzeugen?
Offenbar nicht. Interesse war sicher da, denn die Red-Bull-Leute haben sich ernsthaft und auch sehr lange Gedanken darüber gemacht. Ob es noch andere Gründe für die Absage gab als die, die mir genannt wurden, weiß ich nicht.

Wo nehmen Sie jetzt das nötige Geld für 2009 her?
Es ist schon enttäuschend. Nach unserer Leistung in diesem Jahr stehen wir praktisch mit leeren Händen da. Das ist für Deutschland ein Armutszeugnis. Da gibt es nicht einmal Anfragen, weder an das Team noch an Stefan direkt.

Wie geht es weiter?
Wir werden mit Stefan in der 125er-Klasse weitermachen und suchen noch einen zweiten Fahrer. Wir sind noch nicht hundertprozentig finanziert, aber es gibt auch keine Riesenlücke. Auf jeden Fall wird Stefan in der kommenden Saison wieder eine Werks-Aprilia zur Verfügung stehen.


„Ich wäre gut geworden“
Ein kleines Fest, mit dem Italien-intern Ferraris Gewinn der Formel-1-Konstrukteurs-WM und Valentino Rossis MotoGP-WM-Sieg gefeiert werden – mehr sollten die Testfahrten Rossis im F1-Ferrari nicht sein. Doch Rossis Rundenzeiten in Mugello ließen aufhorchen. Am ersten Testtag kam er bis auf 1,5 Sekunden an den Rundenrekord ran. Rossi: „Mit viel Anstrengung wäre ich ein guter F1-Fahrer geworden.“


Bücher zum Blättern
Auf 320 Seiten mit über 500 Fotos und Abbildungen erzählt Marco Masetti über Geschichte, Modelle und Rennerfolge von „Ducati“. Das Buch ist mit Farbfotos berühmter Motorräder wie der 500 GP von 1971 auf Doppelseiten üppig ausgestattet und für Fans ein Muss. Denn Ducati öffnete für den Autor sämtliche Archive. ISBN 978-3-7688-5272-2, Delius Klasing Verlag, Preis: 44 Euro. Wer dagegen alles über die „Motorrad-WM 2008“ erfahren will, liegt mit dem Band „Der Bär ist los“ von Friedemann Kirn richtig. Fahrer und Maschinen, Runden und Rekorde, Gewinner und Verlierer werden auf 200 Seiten mit 711 Farbabbildungen beschrieben. Samt detaillierten Punkteständen und wichtigen Daten. Motorbuch Verlag, Preis: 26 Euro. Zu bestellen über www.motorradonline.de/shop.


KTM patentiert Vorderradantrieb
Beim deutschen und europäischen Patentamt hat KTM ein Offroad-Fahrzeug mit einem Elektromotor in der Nabe des Vorderrads als Patent angemeldet. Der Verbrennungsmotor, der das Hinterrad antreibt, wird durch einen flüssigkeitsgekühlten Startergenerator angeworfen, der auch die Energie für den Antrieb des Vorderrads bereitstellt. Dazu sind zwei getrennte Stromnetze mit unterschiedlichen Spannungen notwendig. Mittels Sensoren könnte der Elektromotor so gesteuert werden, dass die Drehzahl des Vorderrads der Drehzahl des Hinterrads folgt. Was daraus wird: offen.


Nipponia Renzo
Die Firma Nipponia, die ihren Hauptsitz in Griechenland hat, stellte den Konzeptroller Renzo auf der Messe Eicma in Mailand vor. Dessen Designer Sotiris Kovos, der unter anderem den Toyota Yaris entwarf, hat sich an der Idee eines gesattelten Pferds orientiert, das Komfort, Freiheit und Natur symbolisieren soll. Zudem hat der Renzo mehr Stauraum als ein gewöhnlicher Scooter; www.nipponia.com.


Scorpa eTricks
Nur 38 Kilogramm wiegt das eTricks der Firma Scorpa Electric Vehicles. Mit Aluminium-Rahmen, Cantilever-Schwinge, voll einstellbarer 32er-Gabel und Wave-Bremsscheiben ausgerüstet, wird eTricks von einem Elektromotor mit einem kW angetrieben, der für eine Spitzengeschwindigkeit von 45 km/h sorgt. Die Aufladezeit der Lithium-Polymer-Batterien beträgt zweieinhalb Stunden, die Reichweite des Bikes zwei Stunden; www.sev-world.com.


Kurz notiert
Easy to bike
Kawasaki bietet mit „Easy to bike“ ein Finanzierungsprogramm an, das geringe Zahlungen ab 1,99 Prozent effektivem Jahreszins mit vier Jahren Garantie für ein neues Motorrad verbindet. Danach gibt es eine Rücknahmegarantie fürs Bike; www.kawasaki.de.

Job-Offerten
Triumph-Vertragshändler in Deutschland suchen Mechaniker, Mechatroniker, Verkäufer, Werbefachwirte und Marketingexperten. Zusätzlich gibt es Ausbildungsangebote für Schulabgänger. Weiteres unter www.triumphmotorcycles.com im Untermenü Unternehmen und dem Button Karriere.

MOTORRAD CLASSIC 1/2009
Im neuen MOTORRAD CLASSIC geht‘s für Honda RC 30-Fans zur Sache. Weitere Motorräder und Roller: Magnat Debon C4TS, Münch-4 Turbo, Goggo 150, NSU Lambretta 150, Gilera Saturno DOHC, Harley-Davidson XR-TT 1000. Bei der Leserwahl winkt eine Yamaha XJ 650 als Hauptgewinn. Das alles gibt es für 5,50 Euro am Kiosk.

Nikolaustag
Am 6. Dezember laden die KTM-Händler zum Nikolaustag; www.ktm.de.

Weihnachtsmarkt
Beim Motorrad-Weihnachtsmarkt in Neumünster führt der ehemalige Speedway-Weltmeister Egon Müller am 13. und 14. Dezember 2008 live durch die Messehallen; Internet: www.motorrad-weihnachtsmarkt.de.


Classic-Bike Paton
Die italienische Motorradschmiede Paton bietet moderne Technik im Retro-Outfit an: die BiC500.

In den 60er Jahren entwarf Giuseppe Pattoni handgemachte, erfolgreiche Rennbikes. Sein Sohn Roberto Pattoni setzt die Familientradition fort und baut Paton-Bikes mit modernen Komponenten nach. Die BiC500 8v RU 1968 wird von einem Parallel-Twin mit 500 cm3 und acht Ventilen befeuert, der am Hinterrad 75 PS leistet. Fürs Benzin-Luft-Gemisch sorgen zwei 40er-Dellorto-Vergaser. Zum Fahrwerk des Renners, der bei Events wie dem Manx-GP 2007 und 2008 vorn mitmischte, gehören Doppelschleifenrohrrahmen, Ceriani-Gabel mit 35-Millimeter-Standrohren, Ceriani-Federbeine und Fontana-Trommelbremsen; www.paton.it.


Busspuren für Bikes
Um Unfälle und Staus zu verhindern, dürfen Motorradfahrer ab 5. Januar versuchsweise viele Busspuren in London befahren. Das war vorher Taxis und Radfahrern vorbehalten. Das Experiment, das bis zu 18 Monaten dauert, beschränkt sich auf die roten Busspuren, für die das Amt „Transport for London“ zuständig ist. Nach der Frist fällt die endgültige Entscheidung, ob Biken in roten Busspuren erlaubt wird. Das könnte als Vorbild für andere Metropolen dienen.


Die etwas andere Sicherheitskampagne: Lucky 13
Der flotte Biker Lucky übersteht viele gefährliche Situationen in einer 13-teiligen, monatlich erscheinenden Cartoon-Reihe, die der europäische Verband der Motorradhersteller (ACEM) und der Industrie-Verband Motorrad Deutschland (IVM) veröffentlichen. Internet: www.acem.eu/cartoon; www.ivm-ev.de.


Sport kompakt
Supermoto-Weltmacht KTM
Den Supermoto-WM-Titel hatte der Deutsche Bernd Hiemer für KTM bereits gewonnen – jetzt holte Troy Herfoss auch noch die Meisterschaft der wichtigsten amerikanischen Supermoto-Rennserie für den österreichischen Hersteller. Der 21-jährige, in Australien geborene KTM-USA-Werksfahrer musste beim Finalrennen jedoch sämtliche Register ziehen, um den Titel sicherzustellen. Ein Technikdefekt im letzten Ausscheidungslauf verbannte ihn für das Hauptrennen ans Ende des 20 Mann starken Starterfelds. „Wenn es eng wird, bin ich immer am besten“, kommentierte Herfoss seine Aufholjagd, die ihn im Rennen noch auf Platz drei und damit zum Gesamtsieg brachte.

BMW: Enduro-WM als Ziel
Mit einer ausgesprochen starken Truppe startet das Werksteam von BMW Motorrad Motorsport in die Enduro-Weltmeisterschaftssaison 2009. Neben dem Briten David Knight, der zusätzlich zu seinen beiden Enduro-WM-Titeln von 2005 und 2006 schon so ziemlich alle Top-Wettbewerbe des internationalen Endurosports gewonnen hat, treten die beiden Finnen Juha Salminen und Marko Tarkkala in BMW-Farben an. Salminen hat bislang sieben Enduro-WM-Titel angehäuft, Tarkkala war 2008 Vizeweltmeister der E3-Kategorie. „BMW stellt eines der stärksten Teams“, versichert Berti Hauser, der Motorradsport-Chef der Bayern. Auch wenn er es bisher öffentlich nicht zugibt: Der Gewinn eines WM-Titels ist Pflicht.

Maxtra testet mit Ranseder
Das neue, ehrgeizige chinesische 125-cm³-WM-Projekt Maxtra mit Motorkonstrukteur Jan Witteveen, ehemals Technischer Direktor bei Aprilia (siehe MOTORRAD 11/2008), nimmt weiter Fahrt auf. Als Pilot wurde der Österreicher Michael Ranseder verpflichtet, der die Achtelliter-WM 2008 auf einer Aprilia mit einem enttäuschenden 23. Platz beendet hatte. Bei Testfahrten in Valencia/Spanien konnte sich Witteveen von von der Standfestigkeit seines Aggregats mit der ungewöhnlichen Zylinderanordnung unter dem Motorblock überzeugen.

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