BMW Systemhelm 6 (Archivversion) Zehn Checkpunkte

Das jüngste Mitglied der weltweit erfolgreichsten Klapphelmfamilie ist eingetroffen. Erste Fahreindrücke vom BMW Systemhelm 6.

Der belgische Helmhersteller Lazer, dessen Modelle in Deutschland die Firma Büse, Telefon 02471/12690, importiert, hat sich intensive Gedanken zur Verbesserung des Unfallschutzes gemacht. Heraus kam die SuperSkin-Schicht, eine Art zweite, sehr dehnfähige Haut auf der Helmaußenschale. Laut Hersteller soll sie dafür sorgen, dass die bei einem Aufprall in den ersten 15 Millisekunden entstehende, extrem ruckartige Rotation des Schädels stark reduziert wird. Starke Rotationsbe-wegungen können nämlich zu schwersten Verletzungen führen, indem lebenswichtige Gefäße zwischen dem in Flüssigkeit gelagerten Hirn und der starren Schädeldecke reißen.

Bislang stattet Lazer lediglich den Jethelm Superskin (Preis 249,95 Euro) mit der neuen Technik aus. Integralmodelle sollen folgen, sobald die Probleme mit der Fixierung der Schutzschicht beispielsweise im Bereich von Belüftungsöffnungen behoben sind.
Die SuperSkin-Schicht funktioniert ganz ähnlich wie die menschliche Haut, die die Schädeldecke umgibt – sie lässt sich dehnen und verschieben. Das Resultat bei einem schrägen Anprall zeigen anschaulich die nebenstehenden Bilderfolgen eines Helms ohne und eines Helms mit SuperSkin: Die Rotationsbewegung des Helms mit „zweiter Haut“ ist deutlich geringer.







Foto: Archiv

Fotos: Büse

Fotos: Sdun









Mit seinem Stammvater, dem BMW Systemhelm 1 aus dem Jahr 1981, hat der seit Februar 2009 lieferbare „Sechser“ nur noch den Namen gemeinsam. Im Lauf der Entwicklung blieb kein Stein auf dem anderen, und jede Modellreihe überzeugte mit entscheidenden Verbesserungen. So gesehen müsste der Neue ein echter Überflieger sein. MOTORRAD hatte ausgiebig Gelegenheit zu überprüfen, wie gut die inzwischen sechste Generation des Systemhelms tatsächlich ist.

Beginnen wir mit den wenigen Kritikpunkten: Das Visier des Testhelms ließ sich nur mit Nachdruck völlig dicht schließen. Auch die Kinnteilverriegelung verlangte beidseitig kräftige Stupser, um sicher ein-zurasten. In Sachen Gewicht hat der Neue nochmals zugelegt, mit gemessenen 1660 Gramm in Größe L fällt es etwas hoch aus – der Schuberth C3 wiegt mit vergleichbarer Ausstattung 120 Gramm weniger. Weit zahl-reicher sind allerdings die positiven Eindrücke: Das Geräuschniveau ist dank dicht schließender Helmunterseite erstaunlich niedrig, das Visier aufgrund einer Pinlock-Doppelscheibe beschlagfrei und die Belüftung des Kopfes wie auch der Visierinnenseite sehr gut zu spüren sowie prima zu bedienen. Blitzschnell und kinderleicht ist das Visier gewechselt, und der Ratschen-Schnellverschluss sorgt jederzeit für guten Sitz des sauber gepolsterten Kinnriemens. Das Kinnteil lässt sich über die zentrale Entriegelungstaste bequem mit einer Hand öffnen, bei Bedarf kann dann die integrierte, stufenlos justierbare Sonnen-blende heruntergeklappt werden. Außerdem eignet sich der Helm für Brillenträger.

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