Brad Baker vs. Marc Márquez beim Superprestigio-Flat Track-Rennen in Barcelona Duell der Champions

Nach einigen Jahren Pause fand in Barcelona wieder der “Superprestigio” statt, ein Einladungsrennen, bei dem in der Vergangenheit Stars wie Jorge Martínez, Sito Pons, Carlos Cardús, Carlos Checa oder Sete Gibernau, aber auch deutsche Helden wie Ralf Waldmann und Dirk Raudies geglänzt hatten. Doch diesmal fand das Rennen nicht auf dem Asphalt, sondern als Flat Track auf einer eigens angelegten Piste im Sportpalast von Sant Jordi statt.

Foto: dorna.com

Dass beim Superprestigio 2014 gedriftet wurde, war letztlich einem Vorschlag von Marc Márquez-Manager Emilio Alzamora zu verdanken, der dem  Ausrichter und Zeitschriftenverleger Jaime Alguersuari deutlich machte, dass Márquez eine besondere Vorliebe fürs Dirt Track, die europäische Bezeichnung für die Rennen auf einem Offroad-Oval, hatte und diese Sportart auch als Training nutzte.

Marc war zweifelsohne der große Star des Wettbewerbs, der sich den Pistenbelag aussuchen durfte und sich für die gleiche Mischung an Erdreich entschied wie auf dem Oval, auf dem er zuhause in Lleida trainierte. Márquez war es auch, der sich für die Verpflichtung von „Brad The Bullet“ Baker einsetzte, der Nummer eins im amerikanischen Dirt Track-Gewerbe. „Wenn er in diesem Sport der Beste der Welt ist, möchte ich gegen ihn antreten. Er soll nur kommen!“ forderte Márquez die Organisatoren auf.

Die Teilnehmerliste glich aber nicht nur wegen der beiden Topstars einem Who is Who des Motorradsports. Weitere prominente Starter waren Alvaro Bautista, Aleix Espargaró, Bradley Smith, Tito Rabat, Julian Simón, Johann Zarco, Alex Rins und nicht zuletzt Jonas Folger und Marcel Schrötter. Bei der spanischen Topelite fehlten nur Jorge Lorenzo, Dani Pedrosa und Pol Espargaró.

Die Rennen starteten wegen der mit 50 Euro relativ teuren Eintrittskarten vor halbvollen Rängen, doch die Zuschauer, die da waren, sahen für ihr Geld ein turbulentes Spektakel.  Pausenlos wurden Ausscheidungsläufe gestartet, wobei Márquez der klar Beste in der Kategorie der GP-Piloten war, während Baker in der Open-Klasse drückende Überlegenheit demonstrierte.

Baker und Márquez, außerdem Tito Rabat, Aleix Espargaró, Ricky Cardús, Kenny Noyes und Baldasari bahnten sich den Weg ins Finale. Das große Duell war so faszinierend, wie sich die Fans erhofft hatten: Márquez und „The Bullet“ fuhren dem Feld schnell davon und lieferten sich dabei einen Zweikampf auf Biegen und Brechen. Márquez zeigte dabei seinen üblichen Stil, mit Überholmanövern auf engstem Raum, ohne jede Scheu vor Feindberührungen. Die beiden wechselten mehrmals die Positionen, wobei die Zuschauer mit Begeisterung quittierten, dass Márquez den US-Champion immer wieder ernsthaft in Bedrängnis bringen konnte. Bis Baker mit ebenso harten Bandagen zurückschlug – und Márquez bei einer seiner Attacken am Eingang einer Kurve zu Boden ging. Es war keine unfaire Attacke, im Gegenteil, Baker drosselte besorgt das Tempo, um sich zu versichern, dass Márquez bei seinem Ausrutscher keinen Schaden davongetragen hatte. Eine Verletzung so knapp vor Beginn der Vorsaison-Tests wäre ein Desaster gewesen. Als Márquez aufstand und seine Honda CRF wieder anwarf, ging deshalb ein Raunen der Erleichterung durch die Ränge.

Baker wurde wie nicht anders erwartet als Sieger gefeiert, Tito Rabat und Kenny Noyes machten das Podium komplett. 

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