Bremsflüssigkeit wechseln (Archivversion) Pump-Werk

Bremsflüssigkeit altert relativ rasch, daher muß sie gelegentlich getauscht werden.

Jedem Schrauber sollte klar sein, daß Arbeiten an der Bremsanlage lebenswichtig sind und daher äußerst penibel durchgeführt werden müssen. Finger weg heißt es daher für Hobbyschrauber ohne die erforderlichen technischen Grundkentnisse. Das gilt für den Tausch von Bremsbelägen wie auch für den Wechsel der Bremsflüssigkeit. Für die einwandfreie Funktion einer Bremsanlage spielt die Bremsflüssigkeit eine wichtige Rolle. Sie überträgt die Handbremskraft zum Radbremszylinder, sie schmiert, schützt gegen Korrosion und muß enome Wärmemengen aufnehmen können. Daher ist ein jährlicher Austausch ratsam, länger als zwei Jahre oder 20 000 Kilometer sollte die Flüssigkeit keinesfalls in der Bremsanlage verbleiben. Ist beim Öffnen des Ausgleichsbehälters nur noch eine milchig braune Brühe zu erkennen, ist ein sofortiger Wechsel angesagt. Manchmal sieht die Flüssigkeit im Ausgleichsbehälter noch recht klar aus, obwohl es im Inneren der Bremse bereits gammelt. Soweit muß es bei einer gepflegten Maschine aber nicht kommen. Gefährlich kann alte Bremsflüssigkeit dann werden, wenn sie aus der Luftfeuchtigkeit Wasser aufgenommen hat. Und das macht sie unglücklicherweise im Lauf der Zeit automatisch, da sie hygroskopisch (wasseranziehend) ist. Mehr Wasseranteil bedeutet niedrigerer Siedepunkt. Im Extremfall versagt dann die Bremse zum Beispiel bei einer Paßabfahrt infolge Überhitzung, weil sich Dampfblasen bilden und der Bremshebel bis zum Lenker durchgezogen werden kann. Falls auf diese Art oder auch bei Arbeiten an der Bremsanlage Luft in das hydraulische System geraten ist, muß die Bremsanlage entlüftet werden. Das geht grundsätzlich genauso wie das hier gezeigte Wechseln der Flüssigkeit und muß so lange durchgeführt werden, bis die letzten Luftblasen herausgepumpt wurden. Die extrem kleinen Bläschen können sich allerdings recht hartnäckig in verwinkelten Ecken festsetzen, so daß sie sich manchmal nur durch Abbau von Teilen wie etwa Radbremszylindern und Schwenken oder Schütteln beseitigen lassen. Letzte Rettung ist das »Abhängenlassen« der komplett abgebauten Anlagen mit dem Hauptbremszylinder nach oben, so daß mikroskopisch kleine Luftblasen langsam nach oben steigen können. Darauf achten, daß keine toter Winkel entsteht.

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