Bremsleistung (Archivversion)

Bremsleistung
Kürzlich kaufte ich mir eine gebrauchte Royal Enfield und war entsetzt über deren miserables Bremsvermögen.
Gibt es so etwas wie eine vorgeschriebene Mindestbremsverzögerung für Motorräder, damit sie für den Straßenverkehr zugelassen werden dürfen?
Harald Rüttgers,
TÜV Rheinland Group,
Technologiezentrum
Verkehrssicherheit,
Arbeitsgebiet Motorrad, www.tuv.com
Selbstverständlich gibt es Anforderungen – nationaler und internationaler Art – an Bremsanlagen von Krafträdern, in Form von vor-
geschriebenen Mindestverzögerungen. Für Fahrzeuge mit Erstzulassung vor dem 1.10.1998 schreibt der Paragraph 41 StVZO eine mittlere Verzögerung von lediglich 2,5 m/s² vor. Bei Fahrzeugen mit Erstzulassung ab dem 1.10.1998 ist eine mittlere Verzögerung von 5,5 m/s² vorgeschrieben (gemäß Richtlinie 93/14/ EWG beziehungsweise ECE-R 78).
Die meisten Fahrzeuge sind mit Bremsanlagen (beispielsweise Doppelscheibe mit Vier- oder Sechskolben-Bremszange) ausgerüstet, die diese Anforderungen um ein Vielfaches übertreffen.
Im Falle der Royal Enfield werden aufgrund der verbauten Simplex-Trommelbremse die Mindestanforderungen erfüllt. Ein aktuelles Sportmotorrad würde diese Mindestanforderungen zwar auch mit einer Trommel- statt Scheibenbremse erfüllen, wäre aber aufgrund
dieser minderwertigen Ausrüstung kaum verkäuflich. Deshalb regelt sich dieses Problem in der Regel durch den Markt.

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