Cagiva: Firmenreport (Archivversion) «Wir haben echte 281 km/h gemessen“

Cagiva-Boß Claudio Castiglioni, 52, über Pläne und Image seiner Firmengruppe

Wann kommt die MV Agusta genau?Die 200 Stück der »Seria d’oro« bauen wir im Januar und Februar, danach gehen wir die Produktion der »Strada« an.Wie laufen die Testfahrten?Sehr gut, der Motor hält auch bei ausgesprochen hoher Belastung, und das Motorrad ist pfeilschnell: Wir haben jetzt echte 281 km/h gemessen. Das sind, angesichts der Verkehrsverhältnisse, doch eher abstrakte Werte.Es geht auch nicht um die Höchstgeschwindigkeit, selbst wenn wir darauf sehr stolz sind. Das Begeisternde an diesem Vierzylinder ist vielmehr seine enorme Kraftentfaltung schon bei niedrigen Drehzahlen, zudem fährt sich das Motorrad trotz der enormen Power ausgesprochen leicht. So macht Motorradfahren wirklich Spaß, und genau den wollen wir den Kunden bieten.Wieviel werden die beiden Modelle kosten?Die Serie Oro mit den Magnesium-Teilen liegt bei 50 Millionen Lire (rund 55 000 Mark) plus Mehrwertsteuer, die Strada bei knapp 30 Millionen Lire (rund 32 000 Mark). In Deutschland werden die Motorräder aller Wahrscheinlichkeit nach deutlich teurer sein, wie ja auch schon die Cagiva Gran Canyon. Schaffen Sie sich damit nicht selbst einen grauen Markt?Es stimmt, im Moment sind die Preise in den europäischen Ländern noch unterschiedlich, was mit der Kalkulation der Importeure zu tun hat, aber auch mit möglichen Währungsschwankungen. Der Euro wird dieses Problem aber bald aus der Welt schaffen.Was planen Sie weiter für die Marke MV Agusta?Auf der Mailänder Messe im September präsentieren wir die Versionen »normale«, »biposto« und die »brutale«, ein Naked Bike, das ausgesprochen kraftvoll aussehen wird. Und dann stehen noch Versionen mit 900 cm³ an.Für MV haben Sie ein volles Programm, auch die Crosser und Enduros Ihrer Marke Husqvarna laufen ganz gut. Aber was wird aus Cagiva selbst?Der Markenname hat in den letzten Jahren sehr gelitten, vor allem durch unsere eigene Schuld. Das soll sich ändern, wir wollen Cagiva wieder stark machen und bringen im September in Mailand zwei große neue Modelle, eines davon ein ganz außergewöhnliches Naked Bike.Welchen Motor wollen Sie da einbauen? Gerüchteweise hieß es, daß der Vertrag zwischen Cagiva und Ducati nicht erneuert wird.Das stimmt nicht. Unsere großen Cagiva-Modelle werden weiterhin mit Ducati-Zweizylindern geliefert.Das Image von Cagiva ist miserabel. Was wollen Sie dagegen tun?Das einzige, was den Kunden wirklich überzeugt: Wir arbeiten am Produkt. Unser Ersatzteillager ist gut gefüllt, die neuen Montagebänder stehen. Wir wollen dahin kommen, daß das Wort Qualität im Zusammenhang mit Cagiva gar nicht mehr fällt: Gute Qualität muß selbstverständlich sein.Zurück zu MV: Wann planen Sie einen Einsatz im Rennsport?Realistisch ist nach der jetzigen Lage ein Einstieg im Jahr 2001, möglicherweise sowohl in die Superbike-WM wie auch in den Grand Prix, je nachdem, wie das Reglement dann aussehen wird.

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