Captain Kirk (Archivversion)

Es war seine Frau, die sagte: »Da müssen wir hin.« Jim Kirkland wunderte sich nicht schlecht, dachte aber, gut, wenn sie unbedingt will, dann gehen wir dahin. In der Folgezeit bekam Miss Kirkland ihren Mann kaum zu sehen. Als sie ihn zur Rede stellte, meinte er: »Was ist los? Du hast es doch selbst vorgeschlagen.« Ihm war klar, dass sie nur zum Zuschauen nach Bonneville wollte. Aber ihm war auch klar, dass er niemals nur zuschauen wollte. »Ich baute mit Freunden eine Maschine auf. Es lief immer gleich: Wenn wir Leistung hatten, hatten wir danach einen weiteren Kolben fürs Regal.« Einmal brauchte der 175er-Suzuki-Zweitakter nur elf Sekunden bis zur Kolbenschmelze. Sein Glück, dass Jim als Direktor der Service-Abteilung von Suzuki USA ganz gut an Teile rankommt. »Wir dachten, mit dem kleinen Motor bliebe der Aufwand im Rahmen. Wir waren naiv.«
Eines abends im Fahrerlager kommt ein Mann beim Captain und seinem Team vorbei. Er überhäuft Kirk mit Komplimenten für die Maschine und will wissen, wie schnell sie sein wollen. »Wir drucksten rum, dass wir mit der 100-Meilen-Marke kämpfen.« Der Weltrekord, erklärt Kirk dem Mann, stehe bei 126 Meilen in dieser Klasse, und er wisse beim besten Willen nicht, wie man auf so ein Tempo komme. »Aerodynamik«, sagt da der Mann, »meine Tochter arbeitet in einem Windkanal. Hätte ich die ganzen Stunden bezahlen müssen, der Rekord hätte mich 800000 Dollar gekostet.« Captain Kirk erreicht 97,5 Meilen pro Stunde.

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