Chemnitz: Report über die Motorradsport-Boomtown (Archivversion) Aus Tradition

Die Konstellation war geradezu ideal: Die generelle Technik-Begeisterung, die sich in einer Euphorie für den Motorsport ausdrückte, und das DKW-Werk in Zschopau legten die Basis für das erste Rennen am Sachsenring am 26. Mai 1927. Zur Hochform lief die Veranstaltung allerdings erst nach dem Krieg auf. 400 000 Zuschauer setzten 1950 die bis heute gültige Besucher-Rekordmarke. Wenig später, im Jahr 1954, ging die erste Enduro-Veranstaltung in Zschopau über die Bühne. Beide Ereignisse sowie der Aufstieg des aus DKW entstandenen MZ-Werks zu einem der weltgrößten Motorradhersteller prägten das motorsportliche Umfeld. Nach dem Einstieg der japanischen Werke in den Straßenrennsport in den sechziger Jahren wurde die Luft für die MZ-Truppe zusehends dünner. Trotz GP-Siegen lokaler Fahrer (siehe unten) und für MZ fahrender Ausländern wie die Legende Mike Hailwood reichte es nie zum WM-Titel. Einzige Ausnahme: Der aus der DDR geflüchtete Chemnitzer Ernst Degner holte 1962 die 50-cm³-WM – allerdings auf Suzuki.Eher dank der perfekten Organisation und den hochprofessionellen Trainingsbedingungen als der Technik überdauerte der Erfolg der Offroad-Piloten die Zeiten des Kalten Krieges . Bis kurz vor der Wende stellten die DDR-Mannen das Maß aller Dinge im Endurosport dar.

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