Comeback geglückt (Archivversion)

John Kocinski braucht im Team von Sito Pons
nur noch bessere Techniker

Im Notfall will Ralf Waldmann ein Jahr Pause machen, doch wen das GP-Karussell erst einmal abgeschüttelt hat, kehrt selten zurück - Jochen Schmid und Martin Wimmer gelang ein zweiter Anlauf ebensowenig wie Randy Mamola, Kevin Magee oder Scott Russell.Erst John Kocinski schaffte das Kunststück. Wegen seiner Eskapaden von allen Grand Prix-Teams geächtet, verschwand der kleine Amerikaner Ende 1994 von der Bildfläche und bahnte sich nach einer Rennpause 1995 einen Rückweg über die Superbike-WM. Nach zwei Ducati-Jahren bei seinem Traumteam Honda angelangt, erbeutete Kocinski 1997 den WM-Titel und redet von seinem Arbeitgeber nur noch mit Engelszungen.Denn das Honda-Werk ermöglichte ihm nicht nur den neuen Ruhm, sondern auch ein GP-Comeback in Farben des MoviStar-Teams von Sito Pons. Trotz eines Sturzes waren die ersten Tests in Jerez vielversprechend, Kocinski wird schon jetzt als gefährlichster Herausforderer Michael Doohans gehandelt. Nur seine Mechanikertruppe ist gegenüber den Technikern von Teamkollege Carlos Checa eindeutig zweite Wahl, was auch Kocinskis zurückgetretener Vorgänger Alberto Puig schmerzlich feststellen mußte. »Ich will Erv Kanemoto«, flachste Kocinski deshalb hinter vorgehaltener Hand. Bleibt zu hoffen, daß aus dem Spaß nicht bald Streit entsteht.

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