Crash-Test: Yamaha GTS 1000 gegen PKW (Archivversion)

Dipl.-Ing. F. Alexander Berg (47) ist Leiter Unfallforschung/Crash-Zentrum der DEKRA-Automobil AG

»Airbag-Entwicklung vorantreiben««Bei diesem Crash-Test wurden wesentlich mehr Werte ermittelt als beim letzten Versuch. Warum?Weil die Dummies weiterentwickelt wurden. Damals wurde ein Hybrid II verwendet, nun ein weiterentwickelter Hybrid III. Es existiert auch bereits ein noch viel komplexeres Modell, leider weltweit nur einmal. Dieser Dummy läßt konkretere Aussagen über die zu erwartenden Verletzungen zu, da er synthetische Knochen besitzt, die bei gleicher Krafteinwirkung brechen wie die des Durchschnittsmenschen. Der ist natürlich nicht ständig verfügbar. Ein einmaliger Einsatz kostet 60 000 Mark.Was sagen die hier ermittelten Werte aus?Die biomechanischen Grenzwerte sind Eckwerte, ab denen schwere bis sehr schwere Verletzungen zu erwarten sind. Das hängt aber auch entscheidend von der persönlichen Konstitution des Fahrers und seines Verhaltens in dieser Extremsituation ab. Ein Dummy kann nicht reagieren, sich zum Beispiel nicht bewußt vom Fahrzeug lösen. In welche Richtung muß die Industrie entwickeln, um nach der aktiven nun auch die passive Sicherheit des Motorradfahrers zu erhöhen?Natürlich sollten die Bemühungen dahin gehen, die Energieaufnahme der Fahrzeugfront zu erhöhen. Das ist beim Motorrad aber nur bedingt möglich. Sicher hochinteressant ist die Weiterentwicklung der Airbag-Technologie gerade auch beim Motorrad. Im Fall GTS 1000 könnte ein Airbag, der das Abknicken des Oberkörpers verhindert, die Kollision des Kopfs mit der Dachkante eines Pkw vermeiden helfen.

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