Daimler-Chrysler und das »Nicht-Bike" (Archivversion) Daimler-Chrysler und das Nicht-Bike

Kalt, Schneesturm, tiefste Winterdepression – dann das! Dodge Tomahawk. Der Hammer. Was für eine Maschine! Brutal stark, mit klasse Design und witzigem Fahrwerk. Nie hätte ich geglaubt, dass so etwas im weltkonservativsten Autokonzern Daimler-Chrysler entstehen würde. Endlich haben die es verstanden: Bikes bauen ist cool. Macht jünger, dynamischer, abgefahrener.Doch halt: Chrysler-Chef Zetsche befiehlt Rad Nummer drei und vier, der Pressetext meidet das Wort Motorrad wie der Teufel das Weihwasser. »Concept-Vehicle« nennt sich die Maschine, ein echtes Nicht-Bike also. Schade!Dabei würde sich Zweirad-Mut lohnen. Ein kleiner Blick auf die makellosen Bilanzen ihres Münchner Mitbewerbers zeigt, was sich mit professioneller Strategie und mutiger Modellpolitik erreichen lässt. Dabei steht man bei BMW ja erst am Anfang einer globalen Anstrengung. Da wird noch einiges passieren.Tomahawk-Designer Trevor Creed hat einen guten Spruch: »Besser seinen Kopf zum Denken benützen, als ihn hängen lassen.« Recht hat er. Einfach mal die Kohle in die Hand nehmen, die an einem Formel-1-Wochenende beim Schumi-Hinterherfahren verbrannt wird, ein paar Motorrad-infizierte Ingenieure arbeiten lassen, und fertig wäre das Benz-Bike. Die Welt würde Kopf stehen! Und statt des Viper-V10 täte es auch was Kleineres, vielleicht so ein 1400er mit Kompressor.Doch die Tomahawk ist vorerst eine Studie, und der Daimler-Chrysler-Vorstand hat längst entschieden, keine Motorräder zu bauen. Deshalb zurück zur realen Welt. Suzuki-Vertriebschef Bert Poensgen präsentierte MOTORRAD gerade seine neue Preisliste. Stolz verkündete er, dass er einige wichtigen Modelle in der kommenden Saison günstiger anbieten könne. Der Yen falle seit Monaten im Vergleich zum immer stärker werdenden Euro, und davon sollen die Suzuki-Kunden profitieren.Auch einer, der den Kopf nicht hängen lässt, sondern handelt. Und zwar richtig. Denn eines ist klar: Der Marktrückgang der letzten beiden Jahre war auch auf die üppig gestiegenen Preise der japanischen Hersteller zurückzuführen. Suzuki will das nun ändern. Und die Motorradfahrer würden sich freuen, wenn die anderen Hersteller nachziehen. Die Dodge Thomahawk wäre ohnehin keine Alternative. Zwischen 140000 und 200000 Dollar soll das möglicherweise in Kleinserie gebaute Nicht-Bike kosten.

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