Daniel Pedrosa (Archivversion) WM-Titel und Aufstieg

Daniel Pedrosa zog sich selbst aus der Krise und verteidigte den 250er-WM-Titel.

Seinen 250er-WM-Titel ausgerechnet in Australien zu verteidigen und Honda obendrein den insgesamt 600. GP-Sieg zu bescheren hatte eine besondere Bedeutung für Dani Pedrosa: 2003 brach er sich, kaum zum 125er-Weltmeister gekürt, auf Phillip
Island bei einem Trainingssturz beide Knöchel und verbrachte den Winter im Rollstuhl.
Auch die Saison 2005 des 20-jährigen Spaniers war keineswegs schmerzfrei. So
krebste er beim zweiten Rennen der Saison in Portugal auf dem vierten Platz herum –
Teamchef Alberto Puig ließ einen Schraubenzieher in den Reifen stechen und behaupten, Pedrosa habe einen Plattfuß erlitten; in Wirklichkeit waren Pedrosa die Unterarme wegen des unter Rennfahrern berüchtigten Karpaltunnelsyndroms derart angeschwollen, dass
er sich sofort im Anschluss an das Rennen einer Operation unterzog. Beim Japan-GP in Motegi brach sich Pedrosa bei einem Trainingssturz die Schulter. Puig und Pedrosa überredeten den untersuchenden Arzt, den Befund zu verschweigen, damit der Champion nicht rennuntauglich erklärt würde. Pedrosa biss sich zu einem Podestplatz durch.
Kurz vor dem nächsten Rennen in Malaysia erwischte es Pedrosa dann beim Fahrradfahren in der spanischen Provinz. Ein Auto kreuzte seinen Weg, Pedrosa flog in hohem Bogen ab. Puigs Versuche, den Crash vor den spanischen Medien zu verbergen, scheiterten. Weil Pedrosa eine Klage gegen den Autofahrer erwog, wurde der Unfall von der Polizei aufgenommen und aktenkundig.
Seither fragen sich die Journalisten, was Pedrosa mit einer gebrochenen Schulter überhaupt auf einem Fahrrad verloren hatte, doch ist dies nicht das einzige heiß diskutierte Thema. Alberto Puig und die spanische Fachpresse liefern sich derzeit eine erbitterte Schlammschlacht, weil die Journalisten Bedenken über die Zukunftsaussichten bei Pedrosas bevorstehendem Aufstieg in die Königsklasse geäußert hatten. Der 45-Kilo-Mann sei zu klein und zu schwach für die 250-PS-Raketen. Sie hätten keine Ahnung, die meisten von ihnen seien nie auf einer GP-Maschine gesessen, giftete Puig
zurück. »Ich habe diesen Titel gewonnen, obwohl mir ihn viele Leute missgönnen – und ich werde meinen eigenen Weg auch in Zukunft weitergehen«, erklärte der neue Repsol-Honda-Mann Pedrosa. fk

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