Darf´s ein bißchen mehr sein? (Archivversion) Darf´s ein bißchen mehr sein?

Die Sensation der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) für Zweirad-Fans war der Mercedes F 300 Life-Jet. Die interessante Studie als Verbindung von Motorrad- und Roadster-Spaß (siehe Seite 30) stand nur eine Halle neben dem City-Roller C 1 von BMW (Seite xx). Das technisch aufwendige Mercedes-Vehikel wird dem BMW-Werbespruch von der Freude am Fahren und damit dem Ausleben des puren Hedonismus gerecht wie bisher (eigentlich) nur Motorräder. Der Stadtfloh aus München könnte dagegen Verkehrsprobleme urbaner Ballungsgebiete mindern helfen. Beide Vorschläge beleben jedenfalls die Diskussion über die mobile Zukunft. Weil Motorräder und Roller, je nach Einstellung ihrer Lenker, eh zwischen Vernunft und Vergnügen angesiedelt sind, muß an dieser Stelle kaum über Gebrauchsnutzen und Emotionswert diskutiert werden. Die Frage, ob denn zwei Räder wirklich genug sind, ist allerdings neu gestellt. Während der Volksmund dem klassichen Dreirad, dem Gespann, die Vereinigung aller Nachteile von Auto und Motorrad zuschreibt, behauptet Mercedes das Gegenteil: Die Mannen um Vorentwicklungschef Dr. Michael Krämer, im zivilien Leben leidenschaftlicher Ducatisto, sehen im Life-Jet Motorrad-Fahrdynamik mit Pkw-Komfort und -Sicherheit vereint.Ähnliches versuchte bekanntlich nicht nur der Schweizer Arnold Wagner mit seinen einspurigen Ecomobilen. Und Threewheeler gab´s nicht nur zu Beginn der Automobilgeschichte 1886 beim Motorwagen von Carl Benz (siehe Seite 32), sondern auch die Trikes von heute mischen Auto und Motorradanteile munter zusammen. Allen gemeinsam ist allerdings ein eher tückisches Kurven- und Kippverhalten. Dem soll die aktive Wanksteuerung von Mercedes abhelfen. Dieses System ist neben der situationsabhängigen Lichtsteuerung nicht die einzige Innovation, die im Motorrad-Lager zum Nachdenken anregen sollte.Es grüßt Sie herzlich

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