Dark Dog Challenge (Archivversion) Spitz-Buben

Die Würfel in der Dark Dog Challenge sind gefallen: Gesamtsieger Matti Seidel und der viertplazierte Georg Fröhlich steigen ins Förderprogramm auf – und sollen internationale Spitzenfahrer werden.

Die Spannung in der Dark Dog Challenge (DDC) blieb über den Finaltag hinaus erhalten. Zwar waren Ende September in Hockenheim der Meister und die Platzierten ermittelt worden, aber die Frage aller Fragen stand nach wie vor im Raum: Welche jungen Talente würden die Cup-Initiatoren ADAC und Honda für die weitere Förderung auswählen? Wer hat das Zeug dazu, 2003 in die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) sowie die EM aufzusteigen und – wenn alles nach Plan läuft – 2004 den Sprung in die 125er-WM zu schaffen?Gut, Matti Seidel schien als erster Champion in der DDC-Geschichte sein Ticket sicher in der Tasche zu haben. Völlig offen war allerdings, welcher zweite Pilot im nächsten Jahr in den Genuss einer IDM-Saison und ausgesuchter EM-Rennen kommt und ob eventuell sogar ein dritter Youngster für das 125er-ADAC-Honda-Team starten darf, das der Technik-Guru Sepp Schlögl managen wird.Mitte Oktober, wieder in Hockenheim, wurde das Ergebnis der intensiven Beratungen des DDC-Gremiums dann verkündet. ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk und Norbert Köpke, General Manager der Honda Motor Europe (North) GmbH, präsentierten die Auserkorenen der Öffentlichkeit: Der erste Förderplatz geht wie erwartet an Matti Seidl, zweiter Hoffnungsträger im DDC-Aufbauprogramm ist Georg Fröhlich. Beide kommen aus Sachsen, wo bekanntlich das Herz des deutschen Motorradsports schlägt.Der 17-jährige Seidel, der den zweiten Lauf in Oschersleben gewann und bei sechs weiteren Rennen auf dem Podest stand, überzeugte die DDC-Macher durch seine konstant guten Leistungen und seinen sauberen und sicheren Fahrstil. Außerdem bewies das ADAC-Hausgewächs – Seidel kam über den ADAC-Mini-Bike- und -Junior-Cup in die Challenge – starke Nerven. Der Druck, beim Finale in Hockenheim die Tabellenführung verteidigen zu müssen, schien den Maschinenbau-Mechaniker-Azubi nicht im geringsten zu belasten.An Georg Fröhlich gefiel vor allem seine in der zweiten Saisonhälfte steil ansteigende Erfolgskurve. Da gewann der 14-Jährige, ebenfalls im ADAC-Mini-Bike-Cup groß gewordene Steppke gleich zwei Rennen in Folge. In der Gesamtwertung landete er auf Rang vier. Auch die körperlichen Voraussetzungen des Realschülers und drittjüngsten DDC-Starters sind geradezu ideal für eine Karriere auf den kleinen 125er-Zweitaktrennern: Er misst 1,55 Meter und bringt lediglich 37 Kilogramm auf die Waage. Für beide Förderkandidaten sprach zudem ihre profesionelle Art und ihr korrektes Auftreten. Klar, dass die überglücklichen Teenager bei ihrer Vorstellung in Hockenheim unisono das DDC-Konzept lobten, dank dessen sie nun die Chance haben, nach oben durchzustarten – im Optimalfall sollen aus den Youngstern eines Tages Grand-Prix-Stars oder gar Weltmeister werden. Während Seidel alles dafür tun will, den Zielen der Dark Dog Challenge so nahe als möglich zu kommen, möchte Fröhlich einfach so weitermachen wie bisher und versuchen, seinen Aufwärtstrend fortzusetzen. Wie er das meint, erklärt er an einem Beispiel: »Mit meiner Gesamtfahrzeit vom Dark-Dog-Finale in Hockenheim wäre ich beim 125er-IDM-Lauf auf dem achten Platz gelandet. Und ich denke, dass ich mich noch steigern kann.« Während die beiden Stars der ersten Dark-Dog-Generation im Hotel Motodrom über ihre Zukunftspläne plauderten, lief sich draußen auf der Rennstrecke derweil der nächste DDC-Jahrgang warm. Rund 500 Interessenten hatten sich für einen der 25 Startplätze für 2003 beworben. Unverändert 9000 Euro kostet die Gebühr für eine Saison mit dem 44 PS starken 125er-Honda-Production-Racer inklusive umfangreicher Betreuung. Nach diversen Vorsichtungen theoretischer und praktischer Natur wurde schließlich ein harter Kern an tauglichen Kandidaten zur finalen Ausscheidung an die badische Rennstrecke geladen. Dort galt es vor den Augen kritischer Juroren wie Ex-Weltmeister Dirk Raudies zu beweisen, was man drauf hat.Zu den Eleven, die mit 125er-Serien-Honda im Motodrom ihre Runden drehten, gehörte auch ein gewisser Stefan Bradl. Der Sohn des ehemaligen 250er-Vizeweltmeisters Helmut Bradl wird im November erst 13 Jahre alt, hat noch keinerlei Rennsporterfahrung, aber offenbar eine gehörige Portion Talent vom Vater mitbekommen. Denn er drehte bei der Finalsichtung so beherzt am Gasgriff, dass er als relativ sicherer Kandidat für die Dark Dog Challenge 2003 gilt. Bis zur endgültigen Bekanntgabe der neuen DDC-Starter wollen sich die Verantwortlichen allerdings wieder zwei Wochen Zeit lassen – damit die Spannung über den Termin in Hockenheim hinaus noch etwas erhalten bleibt.

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