Dark Dog Challenge (Archivversion)

Kribbeln im Bauch

Spannend war der dritte Lauf der Dark Dog Challenge in Hockenheim. Ebenso spannend ist die Frage, wer sich bis zum Ende der Saison für den Aufstieg in den internationalen Rennsport empfehlen kann.

Bauchkribbeln ohne Ende hatte Christian Janke vor dem dritten Lauf zur Dark Dog Challenge (DDC) in Hockenheim. So wie dem Sechsten des Trainings erging es vielen seiner Konkurrenten, denn als letzte Klasse im Rennprogramm musste die DDC-Meute bis gegen 18 Uhr warten, ehe sie endlich auf die Strecke gelassen wurde.Doch am Start waren alle 25 Youngster hellwach und lieferten sich mit ihren knallgelben 125er-Honda-Production-Racern ein packendes Rennen mit vielen Führungs- und Positionswechseln. Zunächst preschte Stefan Hesterberg von Startplatz zwei nach vorn, ein 18-jähriger Newcomer, der seine erste Rennsaison bestreitet. »Im letzten Jahr hat mich mein Chef zu einem Renntraining an den Nürburgring mitgenommen, und ich habe dort ein paar Runden mit einer Honda CBR 600 gedreht«, berichtete der Mechaniker-Azubi von seinem ersten Kontakt zum Rennsport. Es folgte die spontane Anmeldung zur ADAC-Junior-Cup-Schule, die Hesterberg als Bester abschloss. Danach meldete sich der Blondschopf zur DDC-Sichtung an, wo er sich prompt für den Kreis der 25 Auserwählten qualifizieren konnte. Und nun im dritten Rennen schon die Führung – ein rasanter Lernprozess.Zum ersten Sieg reichte es für Hesterberg allerdings nicht, denn da hatten Matti Seidel und Oliver Skach etwas dagegen. Die Junior-Cup-erfahrenen Piloten pressten sich an dem Newcomer vorbei. Im Schlussspurt gelang es Hesterberg aber noch, Seidel vom zweiten Platz zu verdrängen.Als Sieger wurde Oliver Skach abgewunken. Der 16-jährige Realschüler aus Dormagen musste sich den Triumph hart erkämpfen, denn nach schwachem Start lag er in der Anfangsphase lediglich auf dem fünften Platz. Nach 13 von 20 Runden hatte sich Skach bis an die Spitze vorgekämpft, und am Ende wurde er nicht nur als Laufsieger, sondern auch als neuer Tabellenführer der Dark Dog Challenge gefeiert.Neben Stefan Hesterberg konnte sich in Hockenheim noch ein zweiter Neuling gut in Szene setzen: der fünftplazierte Marco Eismann. Die Vorkenntnisse des 17-jährigen Schwaben in Sachen Motorradsport beschränkten sich vor der Saison auf ein paar Trial-Wettbewerbe. Mit dem 125er-Führerschein und einer Aprilia fand er Spaß am Fahren auf der Straße. Wie Hesterberg kam er dann über die Junior-Cup-Schule zur DDC. »Die Eltern waren anfangs sehr skeptisch, doch inzwischen sind sie auch vom Rennfieber angesteckt«, erzählte Eismann in Hockenheim voller Stolz.Stolz auf ihre Leistungen in der DDC kann auch Christine Ledwig sein. Im dritten Rennen war die 19-Jährige aus Heilbronn erneut das schnellste Mädel im Feld. Diesmal kam sie auf Platz neun, obwohl sie im Motodrom mit einem Verletzungshandicap antreten musste. »Ich habe mir den rechten Mittelfuß gebrochen«, erklärte Ledwig ihre deutlich eingeschränkte Beweglichkeit aufgrund eines Ermüdungsbruchs ohne Sturzeinwirkung.Bei den DDC-Initiatoren ADAC und Honda hält man sich nach drei von acht Rennen natürlich noch bedeckt, was die Fahrer betrifft, die ab 2003 mit Junior-Teams zunächst in die IDM und EM und 2004 dann in den Grand-Prix-Sport aufsteigen sollen. Mit den genannten Piloten sowie dem Sieger des Auftaktrennens, Max Müller, hat sich natürlich schon ein gewisser Favoritenkreis herauskristallisiert. Sepp Schlögl, technischer Leiter der DDC und alter Grand-Prix-Hase, glaubt, dass sich im Laufe der Saison noch andere Kandidaten aufdrängen werden. Die Sache bleibt also spannend.Mit großer Spannung erwartet die DDC-Rasselbande auch bereits das Highlight der Saison: Der fünfte Lauf wird im Rahmen des deutschen Grand Prix auf dem Sachsenring ausgefahren. Dafür gab es auf dem GP-Kurs ein zweitägiges Training in der Woche nach dem Hockenheim-Rennen. Ansonsten sind den DDC-Jüngern Trainings mit Rennmaschinen untersagt. Was einige Leute in der Rennszene kritisieren, die den Talenten so viel Fahrpraxis wie möglich erlauben würden. Doch die DDC-Organisatoren verfolgen ein klares Ziel: bei gleichen Bedingungen für alle die besten Fahrer zu finden. Entscheiden soll allein das Talent, nicht etwa der Geldbeutel der Eltern oder die Mitgift eines Sponsors.
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Dark Dog Challenge: Bericht (Archivversion)

Ergebnisse1. Oliver Skach (Dormagen), 2. Stefan Hesterberg (Meinerzhagen), 3. Matti Seidel (Drehbach), 4. Christian Janke (Flecken-Zechlin), 5. Marco Eismann (Erdmannhausen), 6. Didier Grams (Limbach-Oberfrohna), 7. Günther Jesco (Halver), 8. Max Müller (Hennickendorf), 9. Christine Ledwig (Heilbronn), 10. Stephan Ulrich (Birkenwerder) alle Honda RS 125;Stand nach 3 von 8 Rennen: 1.Skach 65 Punkte, 2. Seidel 57, 3. Müller 49, 4.Jesco 33, 5. Grams 29, 6. Hesterberg 28, 7. Eismann 24, 8. Janke 24, 9. Ledwig 24, 10. Martin Piller (Schönberg) 18.

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