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Das 8. Mofarennen des MSC Werl 2012 Mofarennen: Die wollen doch nur spielen!

Über 200 zu allem bereite Teilnehmer, die ihre Jugendtraum- bis Alptraum-Mofas aus den Kellern der Republik zerren, um sich 2 x 77 Minuten lang über eine derb mit steilen Bergauf- und Abfahrten sowie mit fiesen Hairpins gespickten Moto-Cross-Strecke zu knüllen? Das muss ein Mofarennen sein! Geröllheimer-Ansichten direkt aus Werl:

Zweibacksägengerangel

Die anspruchsvollen Sektionen sind es, die die Knaben von den Männern trennen. Wirklich junge Jungspunde sah man nur vereinzelt beim achten Mofarennen Mitte Mai auf der mit selektiven Zonen nur so gespickten Offroad-Strecke des Motor Sport Club Werl in der Nähe von Arnsberg und Soest. Eher ließen die Kandidaten das Kind im Manne mal so richtig raus und frei auf dem staubtrockenen steilen Bergauf-Bergab-Kurs dort im Gebiet des Soester Haarstranges.

„Zu Beginn vor mehr als zehn Jahren haben wir mit dem Mofa viel Lehrgeld gezahlt und urtümlich bei 3.500 Umdrehungen begonnen. Heute sind wir mit unserer Zündapp CS 25 bei 16 000 Umdrehungen. Bei echten zehn PS. Standfest, wohlgemerkt!“, betont einer der Mannen vom Team WT Racing Marburg mit der Startnummer 40. Das Zwei-Mann-Fahrer-Team um einen Mitarbeiter von SW-Motech scheute keine Kosten und Mühen, belegte im zweiten Lauf der Klasse 2+3 den 6. Platz und erzielte damit am Ende sogar Platz drei im Gesamt-Klassement.

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Foto: Welte

Schluckt Staub, Pedalritter!

Heiß und handfest geht es her in den zwei mal 77 Minuten dauernden Wettkampfläufen. Die Sonne meinte es an diesem Rennsamstag fast zu gut mit den jeweils 42 Startern, die in vier verschiedenen Klassen antraten. Und dass die Marburger Jungs zu einem der mit Abstand führenden Teams gehörten, bewiesen sie schon beim bloßen Zuschauen auf der brettharten und sogar mit einem „Waschbrett“ ausgestatteten Piste, die mit ihrer buckeligen Sektion neben den krassen Steilhängen und Abfahrten jeder normalen Offroad-Wettkampf-Partie alle Ehre gemacht hätte. Dabei kommt es beim einschlägigen Mofarennen weniger auf Spitzen-Leistung denn auf Kontinuität, Durchhaltevermögen und Geschicklichkeit an.

„Wir unterscheiden in den Klassen nach Mofa original, getuned und der eigenen PUCH-Klasse, die sich alle durch ihre Pedale auszeichnen. Das sind alle mit eher wenig Leistung, die bei 1,5 PS losgeht. Die andere Gruppierung sind die Mokicks, die über Kickstarter und Fußrasten verfügen, ausgestattet mit maximal 60 PS. Die Klassen zu mischen wäre viel zu gefährlich, durch die unterschiedliche Fahrweise und Beschaffenheit der Kräder.“ Gestartet wird auf freiem Feld im Le Mans-Start, die Mofas auf der einen Seite, die Fahrer im Abstand von zwanzig Metern ihnen gegenüber.

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Foto: Welte

Wenn der Startschuss fällt, rennen sie alle rüber, springen auf, treten oder werfen an, und los geht’s in wilder Hatz rüber zur staubigen Strecke. Die Pedalritter können oder müssen sogar manchmal mit-treten, ähnlich wie beim Fahrrad, um die steilen Bergpassagen zu bewältigen. Die mit den Fußrastern stehen auf denselben, während sie durch das Gelände rotieren, ähnlich wie beim Offroad-Ralley-Fahren, wie man es aus der Dakar kennt. Da fliegen die Schnellsten mit Karacho über die Sprunghügel, während die anderen mühselig drüber krabbeln müssen.

Was aber im Laufe aller Rennen auffällt: Nicht die Lautesten sind die Schnellsten! Kreidler, Hercules, Zündapp, KTM, Honda, Puch und Maicos preschen um die Wette, als wenn sie erst gerade frisch aus dem Laden gezogen wären. Ob frisiert oder nur gefeudelt, die Ausfälle halten sich bei insgesamt 42 Startern an diesem Samstag Mitte Mai in Grenzen. Und die Schnellsten sind auch schnell aber feierlich auf dem Siegestreppchen abgefertigt. Keine Frage, auch im nächsten Jahr erschallt wieder der Ruf des Motor Sport Club MSC Werl e.V. zum Rennen der größten Krachmacher mit der geringsten Leistung in der Zweiradszene. Die sind zwar oft alt aber kein bisschen leise!
Weitere Infos: www.msc-werl.de

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