Das Gute liegt näher, als man denkt (Archivversion) Das Gute liegt näher, als man denkt

Unterwegs zu sein ist die Passion von Michael Schröder, seines Zeichens fernreisender Redakteur von MOTORRAD. Ich kenne keinen, der sich so gut in den Wüsten der Mongolei oder in den chilenischen Anden auskennt. Dagegen ist das Nordlicht ein vergleichsweise wenig beschriebenes Blatt, wenn es darum geht, in Deutschlands Süden und Mitte genussvoll Motorrad zu fahren. Dabei gibt es, und das wissen natürlich MOTORRAD-Leserinnen und -Leser, hierzulande mit die besten Strecken.»Warum in die Ferne schweifen, liegt das Gute doch so nah.« Das Sprichwort trifft den Nagel auf den Kopf. Wer sich einmal aus den Städten und Ballungszentren herausgehangelt hat, findet bei uns von gut ausgebauten Bundesstraßen bis zu einspurigen, verwinkelten Verbindungssträßchen mit Unmengen von Kurven die ganze Bandbreite an zweiradtauglichem Terrain. Ich persönlich gehe bei meinen Touren immer nach dem Hauptstraßen-Abbiegeverfahren vor. Wenn es mir auf einer breiten B-Irgendwas zu verkehrsreich oder zu langweilig wird, setze ich einfach den Blinker. Mal treffe ich auf ein kleines Kurvenparadies, mal auf ein weniger spannendes Landstraßenstück, und wenn es ganz schlecht läuft, erwische ich eine Sackgasse. Aber in den allermeisten Fällen lande ich in einem hervorragenden Stück Motorradland mit vielen überraschenden Momenten. Und genau diese Erfahrungen, die ich dann im wahrsten Sinne des Wortes mit meiner Maschine erlebe, sind doch das Schöne am Motorradfahren. Man fährt um des Fahrens willen, erfährt auch zu Hause Neues über Land und Leute, die Sinne bleiben wach und saugen die Eindrücke nur so auf.Michael Schröder suchte bislang meist den Mega-Wahnsinns-Reiz. Nicht Hauptstraßen-Abbiegeverfahren, sondern Kontinentwechsel war sein Ding. Keine verschlungenen Mittelgebirgssträßchen, es musste schon ein Anden-Pass sein. Statt Rheinufer Amazonasbecken, statt Stuttgart Lima. Doch jetzt hat es auch ihn gepackt. Ab Seite 66 berichtet er aus Deutschland. Und das mit wachen Augen, dem Blick eines Fernreisenden. Verzeihen Sie ihm, liebe Leserinnen und Leser, dass er vielleicht weniger über gute Strecken Bescheid weiß als Sie. Aber glauben Sie ihm, dass er nach seiner Deutschland-Tour begeistert in der Redaktion einlief. Und nehmen Sie einfach selbst noch ein paar Herbst-Kilometer unter die Räder. Denn Sie wissen ja: Das Gute liegt näher, als man denkt.

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