Das kleine MPU-Quiz (Archivversion)

Hat es aufschiebende Wirkung, wenn ich Widerspruch gegen den Führerscheinentzug einlege?
Schwerlich. In der Regel wird von der Führerscheinstelle die sofortige Vollziehung angeordnet. Womit die sogenannte aufschiebende Wirkung des Wider-spruchs entfällt. Bis über die Entziehung rechtskräftig entschieden ist, wird sehr viel Zeit vergehen, so lange sind Sie auf jeden Fall Fußgänger.

Was ist ein Promille?
Promille kommt von mille – tausend. Geht es um den Blutalkoholwert, gibt die Promillezahl an, wie viel Gramm Alkohol in einem Liter Blut gelöst sind. Ein Promille entspricht einem Gramm pro Liter.

Mit einer guten Grundlage verträgt man doch mehr, oder?
Irrtum. Sie können fünf Dosen Ölsardinen essen und drei Pfund Kartoffeln dazu, an der Alkoholmenge, die zwei Liter Wein in ihren Körper bringen, ändert das nichts. Die wird allenfalls langsamer resorbiert, lang-samer vom Körper aufgenommen. Und schlägt, wenn Sie Pech haben, bei der Blutprobe dann voll rein.

Woher hat die MPU den Namen »Idiotentest«?
Nicht, weil man ihn nur als Idiot bestehen könnte oder jeder, der ihn machen muss, ein Idiot wäre. Der Name entstand in den 50er Jahren, als die MPU eine Untersuchung war, zu der diejenigen mussten, die dreimal oder häufiger durch die Führerscheinprüfung gefallen waren. Mit denen, dachte man sich, kann doch was nicht stimmen.

Zur MPU, nur weil man zweimal in zehn Jahren mit geringen Alkoholmengen erwischt wurde – ist ganz schön hart, oder?
Scheint so, ist es aber nicht wirklich, zumindest nach Auffassung des TÜV Süd. Weil man zwar zwei-mal aufgefallen, bestimmt aber viel öfter betrunken gefahren sei. Außerdem fallen die meisten, 70 Prozent, laut TÜV-Statistik nur einmal auf und haben dann im Schnitt 1,8 Promille. Ab einem Wert von 1,6 heißt es: ab zur MPU.

Man kann seinen Führerschein auch im Ausland machen statt ihn mit MPU wieder zu bekommen?
Die Sache funktioniert nur dann, wenn die Behörde den Schein auf strafrechtlichem Weg entzogen hat. Funktioniert obendrein erst nach Ablauf der Sperrfrist. Und funktioniert unter Umständen gar nicht, weil die Rechtsprechung sich noch nicht einig ist, was die Anerkennung ausländischer Fahrerlaubnisse angeht.

Wie bringen qualifizierte Psychologen die MPU unfreiwillig selbst in Misskredit?
Indem sie, wie Riehl und Wagenpfeil, ein an sich empfehlenswertes Buch über die MPU »Der Testknacker bei Führerscheinverlust« nennen (280 Seiten, Goldmann, 7,90 Euro). Der Begriff »Testknacker« mag zwar knackig klingen, konter-kariert jedoch die eigene Intention: einen tatsächlichen Verhaltenswandel herbeizuführen.

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