Das Volk jubelt: BMW baut Chopper (Archivversion) Das Volk jubelt: BMW baut Chopper

Keine Frage schon heute: Chopper und Cruiser werden die Verkaufsrenner der Saison 1996 werden. Das gilt für das Neugeschäft, diese Prognose dürfte aber auch für den Gebrauchtmarkt zutreffen. Und jeder Händler ist sicher gut beraten, sich mit Blick auf ein attraktiveres Zusatzgeschäft mit gepflegten Gebraucht-Choppern zu versorgen. Zumal die Nachfrage beim Gebrauchtgeschäft in den vergangenen beiden Jahren deutlich signalisiert hat, daß ein Kunde angesichts knappen Geldes in der Haushaltskasse vielleicht kein neues, aber gewiß kein kleineres Modell kaufen möchte. Nein, der Käufer will sein Wunschmotorrad, und in immer mehr Fällen dürfte das künftig dann eben eine Gebrauchtmaschine sein. Bei der mit Abstand größten Motorradmesse dieses Frühjahrs, der Motorräder ‘96 in Dortmund, war nichts so gefragt wie Chopper. Da wurde bei manchem Modell so intensiv probegesessen, daß die Sitzbank nach vier Tagen blankgescheuert war wie ein Kinderpopo. Und am Stand von BMW wurde das heiße Thema diskutiert, das MOTORRAD in Ausgabe 4/1996 losgetreten hatte: Die Bayern bauen einen Chopper oder Cruiser - wobei es interessant ist, wie sich auch die Verkaufsstrategen der Zweiradindustrie verkünsteln, wenn es darum geht zu erklären, was denn nun der Unterschied zwischen einem Chopper und einem Cruiser ist. Die MOTORRAD-Enthüllung löste eine Riesen-Resonanz aus. Mehr als viertausend Leser schickten den beigefügten Chopper-Fragebogen ein. Mehr noch: Niemand sprach spöttisch von weißblauen Zeitgeistsurfern, vielmehr ellenlange Briefe beschworen BMW, jetzt, gleich, und auf der Stelle einen Chopper zu bauen. Bayernherz, was willst du mehr. Fast könnte man den Eindruck gewinnen, egal was BMW-Motorrad-Mannen im Moment aushecken, es wird in jedem Fall ein Bombenerfolg. So macht man aus Blech Gold. Rumpelstilzchen läßt grüßen. Bemerkenswert klar die Meinung der Leser: Der neue Chopper muß ein Boxer sein; er sollte sich nicht an Harley orientieren, sollte ABS und Kat haben. Daß mehr als die Hälfte aller Leser bereit wären, für eine BMW Road Star bis zu 21 000 Mark auszugeben, wirft natürlich auch ein Licht auf die Kundschaft der Bayern, die ganz offensichtlich bereit ist, ein bißchen mehr Geld auszugeben (siehe ab Seite 52). Spannend wird jetzt angesichts der Kapazitätsengpässe in den Berliner Werkshallen, wo denn der Chopper gebaut wird. Warum nicht in den USA, da, wo auch der affenstarke Z 3 seit kurzem vom Band läuft? Schließlich steht in Amerika die Wiege aller Chopper und Cruiser dieser Welt.Es grüßt Sie herzlichstIhr

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