Dauertest-News (Archivversion) Die Software <br /><br /> soll&#146;s richten

Patientin 999« lautete die Überschrift der Dauertest-Zwischenbilanz für die Rote aus Bologna. Vor allem, weil es Ducati über rund 30000 Kilometer nicht gelang, das immer wiederkehrende Aufleuchten der gelben Motormanagement-Warnlampe zu unterbinden. Jetzt, nach 32189 Kilo-
metern, ein neuer Versuch. Neben der lange versprochenen neuen Einspritzsoftware wurde zusätzlich ein neues Cockpit montiert, um auch diese Fehlerquelle auszuschließen. Ergebnis: Nach einer Dampfstrahl-Reinigung leuchtete die Lampe einmal kurz, fiel seither aber nicht mehr auf. Beseitigt ist nun auch der wandernde
Druckpunkt der
Vorderradbremse, nachdem die Werkstatt den Handbremszylinder auf Garantie getauscht hatte. Und noch ein
bisher nicht einmal erkanntes Malheur sollte in Zukunft der Vergangenheit angehören: Die Notwendigkeit, vor dem Starten des Motors den Leerlauf einzulegen, war nämlich keine serienmäßige Sicherung, sondern schlicht und ergreifend auf einen offensichtlich von Anfang an defekten Kupplungsschalter zurückzuführen. Das wussten weder die MOTORRAD-Mitarbeiter, welche die 999 bisher bewegten, noch die Ducati-Werkstätten, die für den Service zuständig waren.
Ein Druck aufs Knöpfchen – und nichts passiert: In Zeiten großvolumiger Motorradmotoren mit modernen Einspritzanlagen, in denen nicht mal eben angeschoben werden kann, ein Alptraum. Zumal, wenn wie bei unserer Dauertest-BMW R 1200 GS weder eigenes Verschulden noch ein offensichtlicher technischer Defekt erkennbar sind. Trotzdem wusste die BMW-Niederlassung in Stuttgart nach mehreren Ausfällen derselben Art schnell, wo man ansetzen musste. Im ZFE-Steuergerät, der zentralen Versorgungseinheit, lag eine Fehlermeldung vor. Daher schaltete das Steuergerät nicht wie gewohnt ab, sondern blieb auch nach dem Abziehen des Zündschlüssels aktiv und saugte über Nacht
die Batterie leer.
Als Fehlerquelle vermutet man bei BMW die Software, ist sich aber nicht sicher. Nachdem eine neue Software aufgespielt und die Batterie wieder geladen war, wies die Werkstatt deshalb darauf hin, dass keine Garantie für zukünftig einwandfreien Betrieb übernommen werden könne. Angesichts der generellen Elektronikprobleme mit der R 1200 GS sei es durchaus möglich, dass der Fehler erneut auftrete.
Wieder reisetauglich präsentiert sich die KTM 950 Adventure, nachdem zu-
mindest vorübergehend an sicheren Gepäcktransport nicht zu denken war. Der Grund ist so trivial wie einleuchtend: Während des großen Reiseenduro-Vergleichs (MOTORRAD 2/2005) mussten Kofferträger und Koffer der Dauertestmaschine als Gepäcksystem für das Testmotorrad herhalten. Bei dieser Gelegenheit brach der Schlüsselring, woraufhin der Schlüssel für die beiden Koffer irgendwo in der nordspanischen Wildnis verloren ging und Testchef Ralf Schneider den Schlössern mit roher Gewalt zu Leibe rückte. Nun wurden die Schlösser getauscht, und die Adventure ist wieder bereit für die große, weite Welt. Schade, dass die Rallye Barcelona-Dakar schon gelaufen ist. sek

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