Daytona Europe Lahr (Archivversion) Kraftakt

»Das Größte seit dem Urknall«, so stand es vollmundig auf Festivalplakaten. Doch beinahe wäre das Musik- und Motorradfestival Daytona Europe ins Wasser gefallen.

Drei Tage vor Beginn stand das Festival auf dem riesigen Lahrer Airfield vor dem Aus: Veranstalter Rock Events AG konnte oder wollte den Bühnenbauer nicht mehr bezahlen. Beim Medienpartner SWF3, der Stadt Lahr und den vielen beteiligten Unternehmen rauchten die Köpfe. Absagen? So kurz vor dem Start? Unmöglich. »Schon allein wegen der vielen Fans«, so SWF3-Chef Peter Stockinger. Und des Imageverlusts für seinen Sender. Also lieber aus der Not eine Interessengemeinschaft machen und das Festival doch noch stemmen.Mit einem Musikprogramm, bei dem sich die Frage stellt, ob die Anhäufung von Rockgrößen der 60er und 70er Jahre (Deep Purple, Emerson, Lake & Palmer, James Brown) den Geschmack der Fans voll getroffen hat. Dagegen unzweifelhaft: Die Scorpions oder Marla Glen lieferten prima Konzerte ab. Ebenfalls sehr gut: Programm auf mehreren Bühnen bis in die frühen Morgenstunden. Gut war auch die kurzfristige Entscheidung, zusätzlich zum Dreitagesticket auch Tages- oder Zweitageskarten zu verkaufen. Das lockte trotz des regnerischen Wetters noch den ein oder anderen zusätzlichen Besucher auf das Gelände. Immerhin rund 20000 sollen es täglich gewesen sein. Die waren bestimmt auch vom Motorradprogramm begeistert, das größtenteils von MOTORRAD präsentiert wurde: Super Moto sehen und staunen. Tausende begeisterte Fans bei den Rennen und der Show der Wilden Reiter GmbH und der Trail-Akrobatik von Christian Pfeifer und Co. Der österreichische Kraftmeier dagegen, der »alle Deutschen liebt« und ansonsten hauptberuflich Motorräder am Wegfahren hindert, darf nächstes Jahr daheim bleiben. Nicht so die in Lahr vertretenen Gastronomen: Das Angebot reichte von Pommes »Schranke« bis hin zu philippinischen Spezialitäten, dazu Bier mit dem berühmten Brauwasser, alles zu (noch) akzeptablen Preisen.Vielleicht die erfreulichste Tatsache: Das erste Daytona Europe-Festival war – allen Befürchtungen zum Trotz – ein friedliches Happening, auch wegen der umsichtigen Polizei. Jetzt fehlt nur noch ein finanzkräftiger Veranstalter, der das nächste Fest organisiert.

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