Daytona Speed Week 1997: 200 Meilen (Archivversion)

Licht und Schatten bei PolenDoug Polen, Superbike-Weltmeister 1991 und 1992, kann das Rennfahren nicht lassen. Auf halboffiziellen Suzuki-Maschinen tritt der Informatiker aus Texas gleich in drei US-Serien an: Supersport 600, Supersport 750 und Superbike. In Daytona folgte dem zweiten Platz im 750er Rennen ein diskreter Rang 18 bei den 600ern sowie ein defekte Kupplung noch in der Aufwärmrunde des 200-Meilen-Rennens. Dafür freuen er und seine Frau Dianne sich über einen gesunden zehn Monate alten Sohn.Monoschwinge aus MonacoMit mehr oder weniger Erfolg setzten das Kawasaki-Muzzy-Team sowie Doug Polen an seiner Superbike-Suzuki eine neuartige Einarmschwinge der monegassischen Firma RAM ein. Der Komplettsatz aus Magnesiumschwinge- und -rad wird allerdings unterschiedlich bewertet. Während Hersteller Armando Cappa betont, daß unter gleichen Bedingungen je nach Strecke um eine bis zwei Sekunden bessere Rundenzeiten erreicht würden, stellt Rob Muzzy klar: «Die RAM-Schwinge ist gleichwertig mit dem Originalteil. Aber hier in Daytona versprechen wir uns einen Zeitvorteil beim Reifenwechseln.” Bei Superbike-Rennen außerhalb der USA ist die Schwinge wegen des seriennäheren Reglements im übrigen nicht zugelassen.Elli allein in der WandSelbst eine exorbitant kämpferische Leistung brachte MuZ-Werksfahrerin Elli Bindrum im SoS-Rennen von Daytona nicht über Rang neun hinaus. Schon in der ersten Kurve nach dem Start von einem Konkurrenten gerempelt, mußte sie den Notausgang in die Steilwand nehmen. Erst mit Lichtjahren an Rückstand auf den Vorletzten brachte sie ihre MuZ Skorpion wieder auf die Strecke - und konnte immerhin noch neun Gegner überholen. Sieger wurde Michael Barnes auf einer Ducati vor dem britischen Journalisten Alan Cathcart, in Daytona Ellis Teamgefährte bei MuZ.Siggi Güttner im PechMOTORRAD-Redaktionsmitglied Siggi Güttner, 1972 Fünfter bei den 200 Meilen von Daytona und 1996 mit seiner 1967er Harley-Davidson Aermacchi 250 Sieger im Rennen der SoS-Formel 3, hatte in diesem Jahr Pech. Im Rennen der 250er Grand Prix-Maschinen der 60er Jahre schied er an fünfter Stelle liegend mit Motorproblemen aus. Ein zweiter Motor verschied im SoS-Training. Und im Rennen gab das auf die Schnelle renovierte erste Aggregat bereits in der Aufwärmrunde den Geist auf.Reiman tödlich verunglücktDer dreifache Daytona 200-Sieger aus den 60er Jahren, Roger Reiman, ist während der Daytona Bike Week tödlich verunglückt. Im Training zur Battle of Legends, einem Showrennen früherer Rennfahrer auf identischen BMW R 1100 RS-Maschinen, kam es zu einem Massensturz, der für Reiman tödlich endete.High-Tech bei HarleyNeben freundlicher Aufmunterung müssen die Mitglieder des Harley-Davidson-Superbike-Werksteams immer wieder leichten Spott ob ihres eher improvisiert wirkenden Auftritts an der Strecke ertragen. Als aber Mat Mladins Hypertech-Ducati 996 am Vorstart auch mit allen Hilfen dieser Welt nicht anspringen wollte, grinsten die Harley-Jungs. Denn die Renn-VR 1000 wird als einziges Motorrad im Formel 1-Stil mit einem von außen auf die Kurbelwelle aufgesetzten, batteriebetriebenen Anlasser gestartet. Der konnte allerdings auch nicht mehr helfen, als HD-Werkspilot Chris Carr gegen Rennende seinen bemerkenswerten neunten Rang wegen elektrischer Probleme der VR 1000 aufgeben mußte. Er wurde noch als 41. gewertet.

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