Der erste schöne Tag (Archivversion) Der erste <br /><br /> schöne Tag

Mensch! Endlich scheint richtig die Sonne. Endlich
kein grauer Himmel, keine dunklen Regenwolken mehr. Meine Maschine ist fit geschraubt, der Tank voll, die Reifen sind
frisch. Endlich kann ich wieder mal auf Tour gehen.
Die erste Ausfahrt ist für mich immer ein wahnsinniges Erlebnis.
Eines, das ich stets alleine mit meinem Motorrad angehe. Kein Gruppenstress soll mir das wieder Gewöhnen an den Motor vermiesen, keine
Hektik das Suchen nach der richtigen Linie erschweren. Nein, ich will
ganz und gar unabhängig sein von allem und jedem.
Meine Hausstrecke kenne nur ich. Niemals werde ich jemand mitnehmen und meine Spezial-Kurvenkombinationen zeigen. Und wenn
mir dann doch einmal ein Motorradfahrer dort begegnet, grüßt man sich umso nachdrücklicher. Denn der, der hier fährt, ist ein Erfahrener, einer,
der weiß, worauf es im Motorradfahrerleben ankommt.
Auf Freiheit und Abenteuer, auf Kurvenfahren und Maschinenbe-
herrschung, auf Beschleunigung und Motorsound. Das genieße ich an diesem ersten schönen Tag, ganz privat, ganz für mich, nur mit
meinen Gedanken unterm Helm.
Und wenn ich dann nach ein, zwei Stunden eine kleine Pause
einlege, die Maschine noch so herrlich ein wenig nach verbranntem Öl riecht, die Auspuffe beim Erkalten knistern und die Sonne durch die
Kombi wärmt, dann bin in endlich wieder da. Zurück in der Natur,
zurück in meinem richtigen Leben.
Motorrad fahren bedeutet für mich immer wieder ankommen.
Ankommen bei mir selbst. Geht es Ihnen, liebe Leserinnen und Leser,
in diesen Tagen auch so?

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