Der Konstrukteur: Günther Dotterweich– (Archivversion) Urgestein bei Sachs: Seit 22 Jahren im Dienste des Krades

»Ich wußte schon als Jugendlicher, daß ich etwas mit Motorrädern machen wollte.« Günther Dotterweich, der seit 22 Jahren bei Sachs arbeitet, hat sein Leben den Zweirädern verschrieben. Kein Wunder: Mit Benzin im Blut wuchs das Nürnberger Urgestein auf. Sein Vater, Georg Dotterweich, stellte 1951 mit 79 km/h einen neuen Geschwindigkeitsrekord mit einem Fahrrad auf, das von einem 38-cm³-Victoria-Zweitaktmotor angetrieben wurde. Bei der Traditionsfirma Victoria, die sich 1958 mit DKW und Expreß zur Zweirad Union zusammenschloß, fing auch der 14jährige Günther eine Lehre als Mechaniker an. Später bildete er sich in der Abendschule zum Techniker weiter. Heute ist der 58jährige in der Entwicklungsabteilung von Sachs beschäftigt und konstruierte die Enduro ZX 125 mit. Fieberhaft arbeitete die ganze Abteilung, damit der Prototyp rechtzeitig fertig wird. »Mir machen Überstunden nichts aus, solange ich gesund bin und mir die Arbeit Spaß macht.« Felsenfest glaubt er an den Erfolg der Enduro: »Wir haben nur hochwertige Teile genommen.«Neben seiner beruflichen Karriere hat Günther Dotterweich im Sport für Furore gesorgt: 1961 gewann er die Mannschaftswertung der Trophy, seinerzeit die Weltmeisterschaft der Geländefahrer. Zwei Jahre später steuerte er mit viel Fahrgefühl bei der Deutscher Enduro-Meisterschaft als Erster durchs Ziel. »Fit mußte man schon sein. Schließlich waren die Motorräder nicht so perfekt wie heute, und der Federweg war viel kürzer.«Seine Hingabe an den Endurosport war auch der Grund, warum er 1975 zu Hercules kam. »Die hatten eine Werksmannschaft. Bei mir war der Bazillus noch da«, sagt er und lacht. »Das war eine sehr intensive Zeit.« Als Rennleiter des Sachs-Racing-Teams konstruierte und testete er Werksmaschinen. In der 50er, 175er und 250er Klasse wurde die von ihm geführte Mannschaft Enduro-Europameister. Zu seinem Leidwesen hörte Hercules aus Kostengründen 1983 mit dem Rennsport auf.Privat fährt Günther Dotterweich eine Honda Africa Twin. Seine Freizeit verbringt er jedoch am liebsten auf dem Fahrrad. Bei Ausfahrten mit seinen Kumpels aus alten Enduro-Zeiten packt den Besonnenen durchaus der Ehrgeiz: »Ich würde niemals am Berg absteigen.“

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote