Design oder Nichtsein - keine Frage des Geschmacks (Archivversion) Design oder Nichtsein - keine Frage des Geschmacks

Über Motorrad-Design wird nicht nur bei MOTORRAD mehr oder weniger regelmäßig und mitunter heftig diskutiert. Von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wissen wir, daß für Sie Design beim Kaufentscheid eine dominante Rolle spielt. Ob Tourer, Sportler, Chopper, Cruiser oder Enduro - Design oder Nichtsein ist aber nicht nur eine Frage des Geschmacks.Der ist bekanntlich nur bedingt mehrheitsfähig und zudem stark dem Zeitgeist unterworfen. Während die Suzuki Katana, die der deutsche Designer Hans A. Muth zeichnete, 1980 für manche fast eine Provokation war, gab´s für die Aprilia Moto 6.5 von Phillipe Starck viel Beifall, aber wenig Käufer. Vielleicht waren beide Modelle ihrer Zeit tatsächlich zu weit voraus. Trotzdem beweisen beide, daß Form und Funktion nicht im Widerspruch stehen müssen. Mit der Katana wurde zumindest die heute gebräuchliche Kombination guter Linienführung und Alltagstauglichkeit eingeleitet. Nicht nur bei der Fahrerintegration mit der erstmals gezeigten Sitzbank-Tankform, die auch der Erhöhung der Sicherheit dient.Mut gehört bei richtungsweisenden Schritten genauso dazu wie Inspiration. Die zeigen meiner Meinung nach derzeit einige Motorrad-Designer. Beispielsweise der Schöpfer der KTM Duke. Oder Dave Robb, der Amerikaner in München, der BMW-Motorräder vom Bayern-Barock in die Neuzeit der K 1200 RS und des Cruisers R 1200 C führte. Oder der Gestalter der neuesten MuZ-Modelle Mastiff und Baghira. In Zschopau sollen mit Farb- und Zubehörkomponenten aber auch andere Modelle in rund 20 Variationsmöglichkeiten angeboten werden. Ein Schritt auf dem Wege zur Individualisierung ab Werk, die beim Auto jenseits aller Aufkleber-Aktivitäten längst als Erfolgsmasche läuft.Nicht immer macht jedoch Sinn, was gefällt. Unausgereifte Achsschenkenlenkungen oder XXXL-Reifen, Sozius-Sitzbrötchen und »Knie am Ohr«-Ergonomie stehen im Schwarzbuch. Mich würde interessieren, wie Sie Ihr Motorrad in Zukunft gerne hätten. Ich freue mich auf viele Briefe oder gar entsprechende Entwürfe.Es grüßt Sie herzlichChefredakteur Walter Gottschick

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