Deutsche Langstrecken-Meisterschaft (Archivversion)

Es geht voran

Trotz Finanzmisere und persönlicher Schicksalsschläge ließ sich der Verband MOTO aktiv 1998 auf das Abenteuer »Deutsche Langstrecken-Meisterschaft« ein - mit großem Erfolg.

Das Jahr 1997 endete für MOTO aktiv alles andere als glücklich. Kurz nach dem 24-Stunden-Rennen in Magny-Cours verstarb, völlig unerwartet, der langjährige Geschäftsführer des Marburger Amateur-Motorradsport-Verbands, Matthias Kautsch. Als wäre dieser Schicksalsschlag nicht genug, hatte der Verband auch noch massive Finanzprobleme.Doch die Mitglieder zeigten sich solidarisch und füllten die Kassen mit einem Sonderbeitrag wieder auf. Mit Martin Grein fand MOTO aktiv einen neuen Geschäftsführer, der die Geschicke des über 3000 Mitglieder großen Verbands koordinieren sollte.Mit Erfolg, wie sich jetzt, kurz nach dem fünften und letzten Lauf zur erstmals ausgetragenen Deutschen Langstrecken-Meisterschaft (DLM), zeigen sollte. Die Akzeptanz der Teilnehmer war hoch, erstmals mußten bei Rennen am Nürburgring wieder Wartelisten eingeführt werden, weil über 60 Teams ins Renngeschehen eingreifen wollten. Gleiches gilt für die parallel ausgetragene Serienmaschinentrophy, kurz SMT. Ein Tummelplatz für den 125er Nachwuchs sowie begnadete Tüftler oder Fahrer, die mit preisgünstigen gebrauchten 600er Supersportlern erste Rennstreckenerfahrung sammeln wollen. Während der gesamten DLM-Saison prägten zwei Mannschaften die drei Vier- und zwei Acht-Stunden-Rennen: das Team Motobox rund um den DM-erfahrenen Peter Rink auf Suzuki GSX-R 600 und das sympathische Boxerteam mit seinem High-Tech-Zweizylinder auf BMW-Basis.Ein spannender Kampf auf hohem Niveau, der bis zum Finale in Magny-Cours andauerte. Dort nahm auch das MOTORRAD ACTION TEAM mit Gerhard Lindner, Gerry Wagner und Hanns-Martin Fraas teil. Die drei hielten sich aber gottlob aus der Meisterschaftsentscheidung heraus. Nach einem guten dritten Gesamtrang zeigte sich 600er DM-Mann Lindner von der Leistungdichte in der DLM überrascht und gratulierte schließlich der Motobox-Crew, die mit dem Klassensieg das Rennen um den Titel für sich entschied. Den wollen Rink und Co im nächsten Jahr auf jeden Fall verteidigen. Parallel dazu ist die Teilnahme an der Stocksport-EM geplant, die im Rahmen der Langstrecken-WM-Läufe ausgefahren wird. Grein freut sich natürlich, daß ihm das Team Motobox »als Aushängeschild« in der nächsten Saison erhalten bleibt – und zieht eine positve Bilanz: »Wir können zufrieden sein, die Serie lief schließlich erstmalig. Vor allem, weil die Splittung SMT und DLM gelungen ist. Beide Fahrerfelder waren in sich sehr homogen.« Dieses Jahr mußten die Teilnehmer allerdings des öfteren noch relativ lange Anfahrtswege in Kauf nehmen. Wie zum Beispiel beim DLM-Auftakt an Ostern im französischen Val de Vienne oder beim Acht-Stunden-Abschlußrennen in Magny Cours. Da möchte Grein in der kommenden Saison gegensteuern, denn er weiß: »Die Leute wollen möglichst viele Rennstreckenkilometer, aber gleichzeitig kurze Anfahrtswege.« MOTO aktiv kümmert sich deshalb für 1999 verstärkt um Temine auf deutschen Rennstrecken. Neben dem Nürburgring (vielleicht sogar mit zwei Rennen) sind Oschersleben und Hockenheim (für das Auftaktrennen im April) im Gespräch.
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Langstrecken-DM: Saisonbilanz 1998 und Ausblick 1999 (Archivversion) - DLM und SMT: die Regeln für die Saison 1999

Auch 1999 fährt MOTO aktiv wieder zweigleisig. Parallel zur DLM wird als Einsteigerklasse die preisgünstige Serienmaschinen-Trophy ausgeschrieben. Hier die Regeln im einzelnen. Deutsche Langstrecken-Meisterschaft (DLM)Teilnahmevoraussetzung: A/I- bzw. B-Lizenz/ MOTO aktiv-Sportfahrerkarte oder erfolgreiche Teilnahme an der MOTO aktiv-Rennfahrerschule. Klasse 1: 250er Zweitakt/400er Viertakt mit maximal 53 kW (72 PS). Mindestgewicht: 125 bzw. 145 Kilogramm; Klasse 2: Supersport 600 für Viertakt-Serienmotorräder mit über 400 bis 600 cm³ mit maximal vier Zylindern oder über 600 bis 750 cm³ mit maximal zwei Zylindern mit maximal 88 kW (120 PS) und einem Mindestgewicht von 170 Kilogramm; Klasse 3: Supersport 750, Vierzylinder über 600 bis 750 cm³, Dreizylinder bis 900 cm³, Zweizylinder bis maximal 1000 cm³ mit maximal 100 kW (136 PS) und einem Mindestgewicht von 175 Kilogramm; Klasse 4: Supersport über 750 cm³ mit maximal vier Zylindern und höchstens 111 kW (151 PS), Mindestgewicht: 175 Kilogramm; Klasse 5: Zugelassen sind alle Zweizylinder-Viertaktmotorräder, die von den drei Komponenten Wasserkühlung, Einspritzung und Mehrventiltechnik maximal zwei besitzen - also keine Ducati 916. Die Laverda 750 Sport ist jedoch von dieser Regelung ausgenommen. Maximale Leistung: 84 kW (115 PS).Geräuschlimit: höchstens 99 dB (A) unter Vollast auf der Strecke. Reifen: Alle gängigen Supersportreifen, wie beispielweise der Dunlop D 207 GP, sind zugelassen, ebenso wie Regenreifen, die keine D.O.T.-Kennzeichnung benötigen. Slicks und Reifenwärmer sind jedoch verboten. Bremsanlage: Freigestellt, aber die Reibringe müssen aus Stahl oder Guß gefertigt sein. Allgemeines: Bei Vier-Stunden-Rennen dürfen bei vor Saisonbeginn erfolgter Teamnennung drei Fahrer trainieren, jedoch nur zwei das Rennen bestreiten. Acht-Stunden-Rennen sind für drei Fahrer ausgeschrieben. Serienmaschinen-Trophy (SMT)Ideal für Rennsporteinsteiger, die den finanziellen Aufwand so gering wie möglich halten wollen. Wechsel von der SMT in die parallel ausgetragene DLM ist bei entsprechendem Können jederzeit möglich. Klasseneinteilung: eigentlich alles vom 125er Zweitakter bis hin zur BoT- bzw. Vierzylinderklasse mit maximal 72 kW (100 PS). Alle Kategorien starten zusammen. Regenreifen sind in der SMT verboten. Die Renntermine für 1999 standen bei Redaktionsschluß noch nicht fest. Weitere Infos bei MOTO aktiv, Telefon 06427/9230-0.

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