Deutscher GP-Nachwuchs (Archivversion) Bradl auf Kurs

Genauso überraschend, wie Stefan Bradl zu Beginn der Saison 2007 seine Grand-Prix-Karriere scheinbar weggeworfen hatte, nimmt sie jetzt wieder Fahrt auf. Beim IDM-Lauf in Schleiz (siehe Seite 140) einigte sich der Sohn des 250er-GP-Altstars Helmut Bradl mit dem Kiefer-Team und wird 2008 als 125er-GP-Fixstarter im einzigen deutschen GP-Team fahren.
»Ein Super-Deal«, freut sich der 17-Jährige. 2006 war er als deutscher 125-cm³-Meister ins KTM-GP-Juniorteam aufgestiegen, wegen angeblich schwacher Leistungen aber nach nur einem Jahr entlassen worden. Rechtzeitig vor dem Saisonstart 2007 erhielt er eine Chance im Achtelliter-Honda-Repsol-Werksteam, wo er sich jedoch noch vor dem ersten Rennen wieder verabschiedete. Das Klima in der Talentschmiede des spanischen Weltmeistermachers Alberto Puig behagte ihm nicht. Schließlich bekam Bradl ein Angebot des spanischen Blusens-Teams für die Spanische Meisterschaft. Mit zwei Siegen und zwei weiteren Podestplätzen führt er die Serie an, verdiente sich Wild-Card-Starts bei drei GP, die er auf Punkterängen beendete, und darf den Rest der WM-Saison bestreiten.
Etwas andere Vorzeichen gelten für Bradls bayerischen Landsmann Jonas Folger. Der ist gerade 14 geworden und hat in der MotoGP-Academy von Alberto Puig keine Probleme. Eher damit, dass er sich bei einem unverschuldeten Sturz beim Rennen zur Spanischen Meisterschaft in Valencia die beiden äußeren Knochen der linken Mittelhand brach und deshalb auf den 125er-IDM-Lauf in Schleiz verzichten musste. Denn bei seinem ersten IDM-Start auf dem Salzburgring hatte Folger 125er-Dauersieger Georg Fröhlich bezwungen und beschlossen, die rest-lichen IDM-Rennen 2007 zu bestreiten. Doch schon im tschechischen Most Anfang September könnte der Youngster wieder starten und allen, die nach deutschen Motorradrennfahrern mit Zukunftsperspektive Ausschau halten, mächtig Freude machen.abs
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