Die besten Cups und Klassen für Renn-Einsteiger T-Cup, ADAC Junior Cup & Co.

Für die zweitschönste Nebensache der Welt braucht‘s nur ein Bike, eine Rennstrecke und eine passende Rennserie: Die neun besten Cups und Klassen für Renn-Einsteiger. Glück auf!

Seit die Evolution den Mensch hervorbrachte, strebt dieser nach Glück und Erfüllung. Was ganze Bibliotheken füllt und Heerscharen von Philosophen in den Wahnsinn trieb, kann so herrlich einfach sein: Man ­nehme ein geeignetes Sportgerät, schaffe es in ­eine feine Arena und bewege es flott. Ehrfürchtig knien wir nieder vor den Erfindern der Töpferscheibe, die als ­Basis für das Rad und damit der unbeschwerten Fortbewegung diente. 6500 Jahre später steckt diese Erfindung gleich zweifach in einem Vehikel – glücklicherweise hintereinander!

Dank der Gnade der späten Geburt umspannen solide Fahrwerke diese Räder. Dazu sind sie mit hervorragenden Gummierzeugnissen ausgestattet, die als Fahrbahnkontakt fungieren. Außerdem treiben potente Kraftwerke die Fuhren an. Doch was tun mit solchen Fahr­geräten? Sie artgerecht in öffentlichem ­Gefilde zu bewegen, zieht den Unmut der Ordnungsmacht auf sich. Erfreu­licherweise bietet die Neuzeit dem ­Homo ­Gasicus zahlreiche Möglichkeiten, seiner Leidenschaft auf abgesperrtem Terrain mit Gleichgesinnten zu frönen und sich im Wettkampf zu messen. Das gilt auch und gerade für Novizen. 

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Organisiertes Ballern als Gruppen-Event

Grundsätzlich eignen sich für Einsteiger oder Wiedereinsteiger Marken-Cups am besten. Gefahren wird auf identischen Maschinen, Stichwort Chancengleichheit. Außerdem ist der Zusammenhalt in der Gemeinschaft meist sehr groß, der Umgang familiär und bei technischen oder sonstigen Problemen hilft man gerne weiter. Dazu bieten Veranstalter größtenteils einen technischen Support. In vielen Cups finden zudem zwei Rennen pro Veranstaltung statt, was für den Aufwand ­eines Rennwochenendes entschädigt. Auch Kosten sind natürlich ein Thema. Bei Cups halten sie sich im Rahmen, da das Reglement weitreichendes und damit teures Tuning fast nie gestattet. Fairerweise sei erwähnt, dass auch andere Serien preiswerten Rennsport präsentieren. Veranstalter wie Bike Promotion, Art Motor, Pro Speed und viele weitere bieten Klassen, die den Start auch mit Nicht-High-End-Racern und älteren ­Maschinen ermöglichen.

Sie bieten ein breites Leistungsspektrum und ­umfassen Maschinen von knapp 40 PS (ADAC Junior Cup) bis zu Hämmern mit zirka 180 PS (Super Duke Battle). Jeder findet hier die passende Spielwiese für seine Lieblingsbeschäftigung. Bevor sich der ambitionierte Neuling aber ins Renngeschehen stürzt, empfehlen wir dringend den Besuch einiger Renntrainings. Dort sammelt man erste Erfahrungen, gewöhnt sich ans bunte Treiben und kann sich nach und nach ohne Rennstress ans persönliche Limit herantasten. Mit der Zeit verschiebt sich dieses immer weiter nach hinten – ein regelrechter Motivations-Tsunami! ­

Nachfolgend stellen wir diejenigen Marken-Cups vor, die besonders für Einsteiger und Wiedereinsteiger ­geeignet sind. Die Konditionen stammen aus der ­vergangenen Saison. Wer sich ans Hobby-Racing wagen möchte, kontaktiert einfach den Veranstalter seiner Wahl. Dann steht dem Start ins Glück nichts mehr im Weg!

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Foto: Jahn
T-Cup.
T-Cup.

T-Cup

Rennserie: T-Cup
Maschine: Triumph Street Triple/R sämtlicher Baujahre
Teilnahmegebühr: Bei eigener, reglements-konformer Maschine: 1990 Euro, Umbaukit für ­Serienmaschinen: 3990 Euro, neue Street Triple Rx ab 9990 Euro inklusive Umbaukit
Leistungen: Nenngebühr für alle Rennveranstaltungen, Betreuung vor Ort, X-Lite-Helm, Castrol Schmiermittel- und Pflege-Set, Louis-Vergünstigungen, Sonderkonditionen bei Bridgestone-Reifen, namhafte Racer coachen weniger erfahrene Piloten, Sponsoren-Aufnäher und -Sticker, Preisgeld in Form von Gutscheinen

Anzahl Rennveranstaltungen: 5
Anzahl Rennen: 10
Strecken: Lausitzring, Oschersleben, ­Hockenheim, Most, Brünn
Gaststart möglich? ja
Kurzcharakteristik: Den T-Cup gibt’s bereits seit 2008, und er erfreut sich nach wie vor großer ­Beliebtheit. Bis auf den obligatorischen Umrüstkit und die Montage eines Schaltautomaten ist jeg­liches Tuning untersagt. Fahrerisch bietet die ­Serie ein sehr breites Leistungsspektrum.
Reifen: Bridgestone
Kontakt: www.triumph-cup.de

Foto: Glaenzel
T-Challenge.
T-Challenge.

T-Challenge

Rennserie: T-Challenge
Maschine: sämtliche sportliche Triumph-Modelle ab Baujahr 1990
Teilnahmegebühr: 1990 Euro
Leistungen: Nenngebühr für alle Rennveranstaltungen, Betreuung vor Ort, Sonderkondition für neue Triumph Daytona 675 R, Sonderkonditionen für originale Triumph-Ersatzteile, Castrol Schmiermittel- und Pflege-Set, Louis-Vergünstigungen, Sonderkonditionen bei Bridgestone-Reifen, namhafte Racer coachen weniger erfahrene Piloten, Sponsoren-Aufnäher und -Sticker, Preisgeld in Form von Gutscheinen

Anzahl Rennveranstaltungen: 5
Anzahl Rennen: 10
Strecken: Lausitzring, Hockenheim, Oschersleben, Most, Brünn
Gaststart möglich? ja
Kurzcharakteristik: Mittlerweile im dritten Jahr, ist die T-Challenge zur festen Einrichtung in der Hobby-Racing-Szene geworden. Das recht offene Reglement erlaubt nahezu unbegrenztes Tuning an Motor und Fahrwerk. Das Starterfeld ist gut gefüllt, die Daytona 675/R aus unterschiedlichen Baujahren machen zirka 90 Prozent der Maschinen aus.
Reifen: freie Reifenwahl, Sonderkonditionen für Bridgestone-Fahrer
Kontakt:www.triumph-cup.de

Foto: Bower
Continental Super Duke Battle.
Continental Super Duke Battle.

Continental Super Duke Battle

Rennserie: Continental Super Duke Battle
Maschine: KTM Super Duke sämtlicher Baujahre
Teilnahmegebühr: 2299 Euro
Leistungen: Nenngebühr für alle ­Rennveranstaltungen, Betreuung vor Ort, ­Sonderkonditionen bei ­Ersatz­teilen, ­Verlosung diverser ­Waren­gutscheine

Anzahl Rennveranstaltungen: 7
Anzahl Rennen: 7
Strecken: Nürburgring, Schleiz, Assen, Oschersleben, Frohburg
Gaststart möglich? ja
Kurzcharakteristik: Seit 2007 ballern die Piloten mit den mächtigen Zwei­zylindern um die Wette. Anfangs vom KTM-Werk ins Leben gerufen, läuft die Serie seit einigen Jahren unter privater Initia­tive. Der Zusammenhalt bei der ­Super Duke Battle ist legendär, es wird sogar gemeinsam gefrühstückt. Auf der Strecke herrscht trotz beinharter Duelle immer sportliche Fairness. Das Reglement erlaubt keinerlei Motor-Tuning (Ausnahme: Programmierung der ­elektronischen ­Motorsteuerung). Das Fahrwerk darf dagegen in begrenztem Umfang modifiziert werden. Wegen der heftigen Power ge­rade der jüngsten ­Super Duke R ist die Battle vor allem für entsprechend erfahrene Piloten ­geeignet. 
Reifen: Continental
Kontakt: www.conti-battle.de

MZ Cup.
MZ Cup.

MZ Cup

Rennserie: MZ Cup
Maschine: MZ Skorpion
Teilnahmegebühr: 1500 Euro
Leistungen Nenngebühr für alle ­Rennveranstaltungen, Betreuung vor Ort, Preisgeld (3000 Euro/Saison), günstige Ersatzteilversorgung

Anzahl Rennveranstaltungen: 6
Anzahl Rennen: 12, inklusive einem Zwei-Stunden-Rennen
Strecken: Lausitzring, Assen, Oschersleben, Sachsenring, Most, Nürburgring
Gaststart möglich? ja
Kurzcharakteristik: 2014 ging der Cup in seine 18. Saison und ist damit einer der ältesten Marken-Cups in Deutschland überhaupt. Gefahren wird auf den 53 PS starken Einzylindern MZ Skorpion, die von 1994 bis 2003 gebaut wurden. Die Einsatzmaschinen ent­sprechen weitgehend der Serie, ­Tuning ist nicht gestattet. Das macht den Cup vor allem für Einsteiger und Wiedereinsteiger interessant, zumal sich die Kosten im Rahmen halten – viel günstiger kann man Rennsport nicht betreiben. Bei der nach wie vor beliebten Serie kämpfen durchschnittlich zirka 30 Piloten um Ruhm, Ehre und Punkte. ­Außer in Deutschland rollt der Cup auch im ­Ausland an den Start – 2014 in Most/CZ und Assen/NL.  
Reifen: Bridgestone
Kontakt: www.mzcup.de

GSX-R 750 Cup.
GSX-R 750 Cup.

GSX-R 750 Cup

Rennserie: GSX-R 750 Cup
Maschine: Suzuki GSX-R 750 ab Baujahr 2004
Teilnahmegebühr: ab 2299 Euro
Leistungen: Nenngebühr für alle Rennveranstaltungen, Frühjahrs-Auftakttraining, Betreuung vor Ort, Sonderkonditionen für Reifen, Ersatzteile und Fahrerausstattung, Schmiermittelpaket, Team­bekleidung, diverse Vorträge und Seminare

Anzahl Rennveranstaltungen: 7
Anzahl Rennen: 14
Strecken: Lausitzring, Assen, Nürburgring, Oschersleben, Hockenheim
Gaststart möglich? ja
Kurzcharakteristik: Bereits von 1993 bis 1995 heizten Piloten auf GSX-R 750 um die Wette, ­damals noch im „Suzuki Speer Cup“. Nach vielen Jahren mit langen Unterbrechungsphasen gibt es seit 2013 wieder eine Serie mit dem schlagkräftigen Supersportler. Volle Starterfelder zeugen von dem Erfolg des wiederauferstandenen Cups. Der Veranstalter setzt trotz aller Ernsthaftigkeit des Sports in erster Linie auf Spaß und das Miteinander auf und neben der Rennstrecke. Motor-Tuning ist nicht gestattet, dafür wird auf ein properes ­Erscheinungsbild von Mensch und Maschine Wert gelegt. 
Reifen: Continental
Kontakt: www.gsxr750-cup.de

ADAC Junior Cup.
ADAC Junior Cup.

ADAC Junior Cup

Rennserie: ADAC Junior Cup
Maschine: KTM RC 390 Cup
Teilnahmegebühr: 2490 Euro
Leistungen: rennfertige Neumaschine zu Sonderkonditionen (zirka 7250 Euro ­inklusive Umrüst-Kit für den Straßeneinsatz), Nenngebühr für alle Rennveranstaltungen, Betreuung vor Ort, Teamkleidung, freies Freitags-Training an Renn-wochenenden, Einführungslehrgang, Preisgeld (zirka 20.000 Euro/Saison), Möglichkeit, eine KTM RC 125 zu gewinnen, Förderung erfolgreicher Piloten, ­X-Lite-Helm, Schmiermittelpaket, Rückerstattung von 600 Euro bei Teilnahme an allen Läufen, Sonderkonditionen bei Zubehör und ­Bekleidung

Anzahl Rennveranstaltungen: 8
Anzahl Rennen: 8
Strecken: Lausitzring, Oschersleben, Nürburgring, Sachsenring, Schleiz, ­Assen, Hockenheim
Gaststart möglich? ja
Kurzcharakteristik: Der ADAC Junior Cup ist eine reine Nachwuchsserie und wurde bereits 1993 gegründet. Er bietet jungen Fahrern zwischen 13 und 21 Jahren den günstigen Einstieg in den Rennsport mit absolut identischen Maschinen. Der Cup ist stark gefördert, startet im Rahmen der Superbike*IDM und bei einem Rennen zur Langstrecken-WM. Viele spätere WM-Piloten sammelten einst im Junior Cup erste Rennerfahrungen.
Reifen: Metzeler
Kontakt: www.adac-motorsport.de

Foto: Lohmann
Kawasaki Z Cup.
Kawasaki Z Cup.

Kawasaki Z Cup

Rennserie: Kawasaki Z Cup
Maschine: Kawasaki Z 800 ABS ab 2013
Teilnahmegebühr: Paket A: 12.990 Euro (enthält Neumaschine, Umrüst-Kit und Einschreibegebühr), Paket B: 6300 Euro (enthält Technikpaket zur ­Umrüstung von Serienmaschinen und Einschreibegebühr), Paket C: 2650 Euro (Einschreibegebühr
bei Reglements-konformer Maschine)
Leistungen: Nenngebühr für alle Rennveranstaltungen, Sonderkonditionen für Reifen und Ersatz­teile, günstige Ersatzräder, Preisgeld in Form von Gutscheinen

Anzahl Rennveranstaltungen: 5
Anzahl Rennen: 10
Strecken: Oschersleben, Lausitzring, Hockenheim, Assen oder Nürburgring
Gaststart möglich? ja
Kurzcharakteristik: Der Z Cup startet 2015 das erste Mal, Erfahrungen gibt‘s demnach noch keine. Die Serie soll sportlich ambitionierten Kawa-Fans eine Plattform bieten, auch Markenbindung ist ­natürlich ein Thema. Ob und wie sich der privat ­organisierte Cup etablieren wird, bleibt abzuwarten. Preislich liegt er jedenfalls etwas oberhalb von ­vergleichbaren Serien.
Reifen: Bridgestone
Kontakt: www.z800cup.de

Foto: Studio 2
Gladius Cup.
Gladius Cup.

Gladius Cup

Rennserie: Gladius Cup
Maschine: Suzuki Gladius ab Baujahr 2009
Teilnahmegebühr: 1999 Euro zuzüglich Kosten für das obligatorische Umbaupaket (Fußrasten,
Verkleidungsteile, Fahrwerk) bei vorhandener ­Maschine, Neumaschine inklusive Umbaupaket 8888 Euro
Leistungen: Nenngebühr für alle Rennveranstaltungen, Frühjahrs-Auftakttraining, Betreuung vor Ort, Sonderkonditionen für Reifen, Ersatzteile und Fahrerausstattung, Schmiermittelpaket,
Team­bekleidung, diverse Vorträge und Seminare

Anzahl Rennveranstaltungen: 5
Anzahl Rennen: 10
Strecken: Lausitzring, Assen, Nürburgring, Oschersleben, Hockenheim
Gaststart möglich? ja
Kurzcharakteristik:
Wie der Z Cup startet auch der Gladius Cup nächstes Jahr in seine erste Saison. Die Serie wird vom selben Veranstalter organisiert wie der GSX-R 750 Cup, folgerichtig starten die Piloten bei den selben Terminen. Als besonderes Schmankerl gibt‘s einen Startplatz inklusive Maschine und Mechaniker für eine Saison zu gewinnen. ­Außerdem bietet der Veranstalter die Möglichkeit, auf Ebay einen Gaststart zu ersteigern (Aktion: „Tough Enough Bike“). 
Reifen: Marke bis Heftschluss noch nicht klar
Kontakt:www.gladius-cup.de

Foto: Bobrowski
Minitwin Racing.
Minitwin Racing.

Minitwin Racing

Rennserie: Minitwin Racing
Maschine: sämtliche Zweizylinder-­Viertakter mit maximal 650 Kubik
(luft­gekühlt: 720 Kubik)
Teilnahmegebühr: 120 Euro/Saison plus 250 Euro Startgebühr pro Renn­veranstaltung
Leistungen: Starterpaket (Teambekleidung, Schmiermittelpaket, Sponsoren­aufkleber), je Veranstaltung wird ein ­Akku-Schrauber verlost, nach der Saison Tombola mit Sachpreisen

Anzahl Rennveranstaltungen: 6
Anzahl Rennen: 12
Strecken: Most, Schleiz, Oschersleben, Dijon, Assen, Hockenheim
Gaststart möglich? ja
Kurzcharakteristik: Als einzige hier vorgestellte Rennserie ist Minitwin ­Racing kein Marken-Cup. Heißt: Gefahren wird auf Maschinen unterschiedlicher Hersteller. Auch das Reglement ist sehr offen, Tuning selbst in größerem Umfang gestattet. Für 2015 wird über eine Tuning-freie Stock-Klasse nachgedacht, was
die Sache noch einmal erheblich billiger macht. 80 bis 90 Prozent der Piloten starten auf Suzuki SV 650, da für diese Suzis vor einigen Jahren ein eigener Cup veranstaltet wurde. Das Starterfeld der 2012 ins Leben gerufenen Serie ist gut gefüllt, der Umgang sehr kameradschaftlich. Vor sportlichem Ehrgeiz steht klar der Spaß.     
Reifen: freie Reifenwahl
Kontakt:www.minitwin-racing.de

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