Die Chongqing Zongshen Motorcycle Group (Archivversion)

Das Jahr 1982 sieht einen jungen Chinesen namens Zuo Zongshen, der in Chongqing im hintersten Winkel einer kleinen Hütte mit Lehmboden, seiner Leidenschaft frönt: Mofa-Basteln. Von technischem Wissen völlig unbelastet, zerlegt er das Zweirad seiner Frau in seine Einzelteile, um herauszufinden, wie es funktioniert. Es folgen zahlreiche Nächte, in denen er durcharbeitet und die vom Zerlegen und Wiederzusammenbau geprägt sind. Mit dem derart angeeigneten Wissen beschließt er, eine Werkstatt zu eröffnen. Dank seiner großen Aufgeschlossenheit und Kontaktfreudigkeit entwickelt sich seine kleine Firma äußerst rasant. Statt wie traditionell allgemein üblich das soeben Verdiente sofort wieder auszugeben, beschliesst Zuo Zongshen, sein Geld lieber in die Beschaffung von Ersatzteilen zu stecken und damit die ersten Motorräder selbst aufzubauen. Irgendwann beginnt der findige Selfmade-Man, eigene Teile herzustellen und komplette Motoren zusammenzusetzen.1992 besitzt Zuo bereits eine eigene Fabrik, die Chongqing Zongshen Motorcycle Group, mit der er sich einer ebenso schnell wachsenden Konkurrenz stellt. Nur zehn Jahre später ist sein Unternehmen zu kossaler Größe angewachsen. 18000 Angestellte, über 300 Millionen Euro Eigenkapital, 43 Zulieferer, 2000 autorisierte Fachhändler. Pro Jahr produziert Zongshen mehr Motorräder als Kawasaki: 800 000 Einheiten, 40 verschiedene Modelle und beinahe die doppelte Anzahl von Motoren in Hubraumvarianten von 49 bis 750 cm3 Hubraum. Einige seiner Motorräder werden bereits nach Südamerika, nach Asien, in den Mittleren Osten und nach Griechenland exportiert. Seine Fabriken rüstet er ständig mit Maschinen allerneuester Bauart und modernster Technik auf.Das alles genügt Zuo Zongshen jedoch bei weitem nicht. Er wäre gerne in aller Herren Länder auf dem Märkten präsent. In Kürze soll ein eigenes Testgelände gebaut werden, das auch für Motorradrennen geeignet ist. Ein Rennteam existiert ohnehin schon. Verhandlungen mit BMW und Piaggio laufen, um europäische Modelle in Lizenz für China zu produzieren. Bisher fertigt Zuo Zongshen Kopien, wie es die Japaner in der 60er Jahren mit europäischen Maschinen getan haben. Eine eigene Entwicklungs- und Designabteilung befindet sich allerdings im Aufbau.

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote