Die extremsten Enduro-Events (Archivversion)

Eigentlich seltsam: Die wenigsten Zuschauer wissen, wer im Moment das Rennen anführt, wer noch Chancen auf den Sieg besitzt oder wer Letzter ist. Und doch ziehen gewisse Enduro-Events die Massen an. Zigtausende reizt nicht der Kampf um Sieg oder Niederlage. Es sind die Schlachten der Offroad-Cracks gegen sich selbst, die es lohnt zu sehen. Das Durchhalten oder Aufgeben, das Bezwingen oder Scheitern, das Lachen oder Weinen fast immer hautnah miterleben. Und deshalb besitzen sie längst Kultstatus, die Offroad-Klassiker.Mit dem Strandrennen von Le Touquet hat alles begonnen. Seit über 20 Jahren schaut die Stollenszene im Februar in Richtung der französischen Kanalküste. Le Touquet, ein ehemals mondänes Strandbad etwa 50 Kilometer südlich von Calais, ist und bleibt das Enduro-Mekka par excellence. 900 Starter und 200 000 Zuschauer charakterisieren das Rennen ebenso als Extrem-Event wie die fünf Kilometer lange Startgerade am Strand und der anschließende gigantische Stau an der ersten Auffahrt. Termin: Sonntag, 24. Februar. Kontakt: Telefon 0033/1/41 33 14 50, Internet: www.dakar.com. Zum in Sachen Starterzahlen größten Offroad-Happening in Europa hat sich allerdings das Erzberg-Rodeo in der österreichischen Steiermark entwickelt. Weit über 1000 Stollenfreaks nehmen die Mixtur aus Enduro, Hillclimbing und Bergrennen in Angriff. Der Erzberg liegt etwa 50 Kilometer östlich von Schladming. Termin in diesem Jahr: 30. Mai bis 2. Juni, Kontakt: 0043/276588033, Internet. www.reitwagen.at.Gleich nebenan findet das wohl kultigste Hillclimbing der Welt im österreichischen Rachau statt. Unter rein sportlichen Aspekten darf die Kletterpartie allerdings nicht zu ernst genommen werden. Die Mischung aus Sportsmännern, Freaks und Spinnern mit skurrilen Untersätzen reizt dennoch. Rachau liegt nur sieben Kilometer von Knittelfeld. Termin: 6./7. Juli, Kontakt: Telefon 0043/357/725070. Internet: www.hillclimbing.atViel ernster, für Sport-Fans und Technik-Begeisterte allerdings auch wesentlich interessanter präsentiert sich der Lauf zur französischen Hillclimbing-Meisterschaft im grenznahen La Bresse. Spezialmaschinen mit mehreren Motoren und riesigen Spikes an den Hinterrädern machen an. La Bresse liegt etwa 80 Kilometer westlich von Freiburg in der Nähe von Gérardmer. Termin: 21. Juli, Kontakt: Telefon 0033/329256411. Nur wenige Kilometer entfernt in St. Maurice sur Moselle haben sich die Gallier eine weitere Spielart des Offroadsports einfallen lassen: Das Bac de Boue, gewissermaßen ein Dragster-Rennen mit Geländemaschinen in einem künstlich bewässerten Schlammbecken, erheitert Aktive und Fans gleichermaßen. Natürlich bleibt der absolute sportliche Ernst bei einem derartigen Happening außen vor. St. Maurice liegt direkt am Fuß des höchsten Bergs im Elsass, des Ballon d´Alsace, nur wenige Kilometer hinter der deutsch-französischen Grenze. Termin: 4. August, Kontakt: Telefon 0033/329258742.Den Grundgedanken des Hillclimbing ausgeweitet haben die beiden so genannten Speed-Hill-Rennen im österreichischen Lassing und Molln. Nicht die gefahrene Distanz, sondern die Zeit ist dort der ausschlaggebende Faktor. Gestartet wird in kleinen Gruppen, wer den Gipfel des – zumindest für versierte Piloten – durchaus vollständig fahrbaren Hangs zuerst erreicht, ist Sieger. Insofern dürfen die beiden Speed-Hill-Auftritte sogar als ernst zu nehmende Sportveranstaltungen gesehen werden. Molln liegt etwa 50 Kilometer südwestlich von Wels, Lassing noch mal 50 Kilometer weiter in die selbe Richtung bei Liezen. Termine: Molln 13./14. Juli, Lassing 14./15. September, Kontakt: Molln Telefon 0043/72584595, Lassing Telefon 0043/361282260. Internet: www.lassing.at.

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