Die Motorräder

Grundsätzlich eignet sich jede gängige Enduro für solch eine Reise. Wer ausschließlich entlang der größtenteils asphaltierten (und oft recht langweiligen) Panamericana fährt, benötigt dabei nicht einmal einen größeren Tank. Spannend wird es erst auf den vielen Schotter-, Wellblech- und Sandpisten, die durch die Atacama-Wüste hoch in die Anden oder durch den Regenwald führen. Besonders für die langen und hohen Pässe sollte man Benzin für etwa 600 Kilometer im Tank haben. Dabei darf man nicht vergessen, dass der Benzinverbrauch im Gelände ansteigt.

Um solche Strecken so problemlos wie möglich zu bewältigen, sollte sich das Motorrad technisch in einem optimalen Zustand befinden. Michael Schröder, bekennender Boxer-Fan, wird diese Reise im Sattel seiner BMW R 1100 GS »Desierto« antreten, einem Komplettumbau aus dem Hause Touratech. Die blaue GS (siehe auch »Impression« in MOTORRAD 8/2000) hat seit zwei Jahren ein eher unwürdiges Dasein als Café Racer in Stuttgarts Innenstadt gefristet. Aber in Gedanken hat sich Schröder zumindest mit dem Gefühl getröstet, dass er damit jeden Tag hätte losfahren können. Bis ans Ende der Welt ...

Nun ist es soweit. Und die Desierto – oder besser: Monsterkuh – ist gut gewappnet: 41-Liter-Nylon-Tank, Öhlins-Federbeine vorn und hinten, Verstärkung an Lenkeranschlag und Heckaufnahme (Hard-Parts), Sturzbügel, Motorschutzverlängerung, Handprotektoren, Zega-Alukofferset und entsprechender Stahlrohrträger, IMO-Bordcomputer sowie Satellitennavigation. Zusätzlich wurde eine extrem beanspruchbare Keramikkupplung montiert. Die Original-Auspuffanlage mit Katalysator wurde vor der Reise gegen einen Sebring-End- und Vorschalldämpfer ohne Kat ausgetauscht.

Weitere Details: Benzinleitung mit Schnellverschluss, um Benzinkocher zu befüllen und um gegebenenfalls die Demontage des Tank zu erleichtern. Für den notwendigen Strom sorgt eine wartungsfreie Hawker-Batterie, die nicht nur kleiner und leichter als das Original ist , sondern auch nicht mehr auslaufen kann, wenn das Motorrad mal auf der Seite liegt. Eine zweite Bordnetzsteckdose ermöglicht das Laden von Akkus (Kamera, MD-Recorder, usw.) und den Betrieb einer Zeltlampe mit sparsamen Leuchtdioden. Für angemessenen Grip sorgen Continental TKC 80, die bei entsprechender Fahrweise bis rund 10.000 Kilometer halten.
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Fahrzeug Nummer zwei: eine BMW F 650 GS. Um das Motorrad so leicht wie möglich zu halten, wurden lediglich ein Trägersystem mit zwei je 35 Liter fassenden Zega-Alukoffern, Handprotektoren sowie ein größeres Windschild montiert. Bei längeren, versorgungslosen Etappen wird die kleine F mit ihrem nur 17 Liter fassenden Tank aus dem Fass der großen GS mit zusätzlichem Sprit versorgt. Notfalls findet auch noch ein Kanister Platz. Die gelbe F 650 rollt ebenfalls auf Continental TKC 80 durch Südamerika. Weitere Infos unter www.touratech.de und www.continental.de.

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