Die Plebejer proben den Aufstand (Archivversion) Die Plebejer proben den Aufstand

Heißer Herbst - bei diesem Begriff denkt der gemeine Bürger gemeinhin nicht an überraschende Temperatur-Turbulenzen, daran, daß der in diesem Jahr ausgefallene Sommer uns reichlich verspätet vielleicht doch noch beglückt. Nein, heißer Herbst steht 1996 für beinharte Auseinandersetzungen zwischen Gewerkschaften, Arbeitgebern und Politikern um mögliche Einschnitte ins soziale Netz. Doch was die Großen können, schaffen die Kleinen längst: Auch die Sportszene hat in diesen Wochen ihren heißen Herbst. Zwischen der deutschen Föderation OMK auf der einen und dem Pro Superbike-Pool auf der anderen Seite herrscht Krieg, sind die Kampfwachteln auf den Plan getreten. Die Oberste Motorradsport-Kommission will die TV-Rechte nicht mehr automatisch der Agentur Moto Motion überlassen, sondern sie öffentlich ausschreiben. Da rast der See und will sein Opfer haben. Das Opfer hat einen Namen, Franz Rau, nicht immer ganz einfacher und pflegeleichter Inhaber der Agentur Moto Motion.Unbestritten haben Rau und seine Agentur enorm viel für den Rennsport in Deutschland getan. Dank eines Pools aus acht äußerst engagierten Firmen der Motorradszene (Warum kneift eigentlich Honda?) hat die Motorrad-Topklasse Pro Superbike heute immerhin einen Stammplatz im Fernsehen. Auf der anderen Seite ist Mini-Ecclestone Rau nicht selten ein arger Raubautz, und das schafft Feinde.Sein größter ist in diesen Wochen wohl wieder mal Dieter Herz, OMK-Vize, Hockenheimring-Gesellschafter und Einfädler des badischen Ränkespiels. Doch darf persönliches Nicht-leiden-können dermaßen brachial auf dem Kreuz der gesamten deutschen Motorradsport-Szene ausgetragen werden?Auch ein Herr Herz, dem’s im Schulmeister-Gekröse rumort, muß sich bei aller Wertschätzung fragen lassen, wo eigentlich die OMK-Aktivitäten und seine kreativen Ideen zum Thema Motorradrennen in den vergangenen Jahren waren. Ohne die vielen Aktivitäten Außenstehender gliche die OMK heute doch einem entlaubten Stamm.Nein, beide Seiten haben Schwächen und Stärken. Jetzt gilt es, wieder Ruhe in das Planschbecken zu bringen, das milchbärtige Dreckschmeißen muß aufhören. Rennsport-Fans und aktive Fahrer haben es verdient, daß sich die Matadore beider Lager auf die Vernunft besinnen und sich im Interesse des Sports wieder zusammenraufen. Gern ist die MOTORRAD-Redaktion bereit, Gastgeber für einen solchen Krisengipfel zu sein.In diesem Sinne grüßt Sie ein letztes Mal herzlichstIhr

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