Die Wahrheit über ABS (Archivversion) Die Wahrheit <br /><br /> über ABS

Noch Nie hat irgendein technisches problem
bei motorrädern einen solchen Medienwirbel erzeugt wie
das bei der BMW-Bremsanlage in den letzten Wochen. Zwei
Teilnehmer eines ADAC-Sicherheitstrainings sind gestürzt, von einem Toten ist gar die Rede, Staatsanwalt ermittelt. Für mich
ein Beispiel, wie sensationsgeil manche Kollegen sind. Großkonzern, Motorräder, Tod und Verderben – fertig ist die Story,
die es sogar bis in die Abendnachrichten schafft.
Was ist denn nun wirklich passiert? Von 260000 Fahrern sind weltweit wohl zwei, höchstenfalls vier durch eine Fehlfunktion
des ABS betroffen. Die Stürze während der Sicherheitstrainings gingen Gott sei Dank ohne ernstere Verletzungen ab. Aber:
In den fünf Jahren, in denen das Integral-ABS auf dem Markt ist,
hat es mit Sicherheit dutzende, wenn nicht hunderte Motorrad-
fahrerleben gerettet. Das wäre die eigentliche Nachricht und
eine riesige Erfolgsgeschichte. Doch diese Wahrheit interessiert natürlich nicht. Kein Skandal, kein Interesse der Massenmedien.
Dass wir uns richtig verstehen: Klar muss eine Bremse immer funktionieren. Das BMW-System liefert allein durch seine Komplexität Angriffspunkte für den Fehlerteufel. MOTORRAD meldet jedes Mal, wenn es Schwierigkeiten mit einem Bremssystem
gibt. Das gilt für BMW, aber ebenso für Ducati, Aprilia, Kawasaki und Triumph. Bei Testmaschinen dieser Hersteller gab es nämlich ebenfalls Probleme mit den Bremsen, übrigens auch ohne ABS.
Für mich wäre es jammerschade, wenn das Thema ABS durch diese von den Massenmedien hochgepuschte Geschichte in den Köpfen der Motorradfahrer negativ bewertet würde. Denn nach wie vor gilt: Jedes ABS ist besser als kein ABS. Und seien wir mal ehrlich: Die größte Fehlerquelle beim Motorradfahren ist nach wie vor der Mensch, oder?

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