Dr. Detlef Wächter, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Honda-Händler, zur Debatte um den neuen Händlervertrag (Archivversion) Es liegt jetzt an Herrn Murrmann

Herr Dr. Wächter, warum hat Ihr Verband Bedenken gegen den von Honda vorgelegten Händlervertrag?Unser Verband hat keine Bedenken gegen den Vertrag als solchen. Aber gegen die Praxis, mit der Honda diesen Vertrag eingeführt hat. Zum einen ist nach unserer Auffassung die Bemessung der Vertragsgebiete bei vielen Händlern nicht ausgewogen. Zum anderen hegen wir wegen der neuen Alleinbezugsbindung Bedenken gegen die Art und Weise der Warenbereitstellung durch Honda.Wie konnte es zu dieser Situation kommen, obwohl Ihr Verband doch an der Ausarbeitung des Vertrags beteiligt war?Nach dem erfolgreichen Abschluß der neuen Automobilverträge durfte der Verband davon ausgehen, daß die Einführung der Motorradverträge analog geschieht. Zumal wir eine weitgehende Identität beider Vertragstexte für vorteilhaft halten. Das heißt speziell: Mit der Markenexklusivität und der Alleinbezugsbindung hat Honda Bedingungen gestellt, die notwendigerweise eine hinreichende Größe der Händler-Vertragsgebiete verlangen sowie eine jederzeit marktgerechte Belieferung mit Vertragsware. Leider ist Honda bei der Einführung dieser Verträge im Motorradbereich diesem Anspruch nicht in allen Fällen gerecht geworden.Gibt es noch Händler, die nicht unterschrieben haben, und werden diese von Honda unter Druck gesetzt?Uns sind solche Fälle bekannt, bei denen wir uns gegenwärtig im Interesse der Händler auf angemessene Weise engagieren. Wir wissen auch, daß sich Händlerkollegen direkt an den ZDK mit Bitte um Unterstützung gewandt haben. Auch in diesen Fragen arbeiten wir mit dem ZDK zusammen.Glauben Sie, daß über Nachverhandlungen noch eine Lösung gefunden wird, die alle Beteiligten zufriedenstellt?Wir sehen die Lösung nicht unbedingt in langwierigen Nachverhandlungen. Vielmehr geht es darum, daß Honda Deutschland durch klare Aussagen eine Vertrauensbasis schafft, die die Existenzsicherung und wirtschaftliche Perspektive der betroffenen Händler zum Kerngedanken der fixierten Verträge macht. Das heißt, es liegt jetzt namentlich an Herrn Murrmann, ob in einer solchen Atmosphäre des Vertrauens und der Motivation die ehrgeizigen Ziele von Honda auf dem deutschen Markt, zu denen sich auch der Verband im Interesse der Händler bekennt, realisiert werden können. Mit Druck und Drohungen, mit Sachentscheidungen ohne Beteiligung der betroffenen Händler und des Verbandes ist diese Entwicklung schwer vorstellbar.

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