Ducati: Pläne und Zukunft (Archivversion) «Wir gründen eine deutsche Niederlassung”

Ducati-Geschäftsführer Federico Minoli über die Pläne der italienischen Traditionsmarke in Deutschland.

Die Ducati-Modelle haben sich 1997 praktisch überall gut verkauft – nur in Deutschland nicht. Offensichtlich sind die Kunden unzufrieden. Wie wollen Sie das ändern?Wir denken, daß unsere Modellpalette stimmt. In Sachen Qualität und Zuverlässigkeit haben wir in der Produktion schon viel verbessert, obwohl wir daran natürlich weiter arbeiten. In Deutschland hatten wir das Problem mit zwei offiziellen Importeuren, nämlich DNL in Frechen bei Köln und März in Ettlingen. Das hat die Kunden wohl verwirrt. Deshalb sind wir dabei, eine eigene Niederlassung zu gründen, die Ducati Deutschland GmbH mit Sitz in Frankfurt.Und was ist mit Ihren bisherigen Importeuren?Nach unseren Plänen wird DNL weiter holländischer Importeur bleiben und beim Rückzug aus Deutschland kein Geld verlieren. DNL hat Verdienste um Ducati, gerade auch in den schwierigen Jahren. Mit Ronald März planen wir eine Partnerschaft. Er steckt seit 15 Jahren im Handel mit Ducati-Motorrädern und hat seine Kunden sogar versorgen können, als Ducati selbst nicht zu liefern in der Lage war. Er kennt den deutschen Markt und ist außerdem ein Ersatzteil-Experte. Daher wollen wir unser Ersatzteil-Lager bei ihm in Ettlingen einrichten.Und die Motorräder?Die wollen wir vom Werk in Bologna direkt zum Händler schicken; das schaffen wir innerhalb von 48 Stunden. Unsere Ersatzteile müssen aber in 24 Stunden verfügbar sein, deshalb brauchen wir dafür ein Lager in Deutschland.Was passiert mit den bisherigen DNL- und März-Händlern?Wir werden uns alle anschauen; wer gut ist, soll bleiben, auch wenn er nur fünf Motorräder im Jahr verkauft, weil sein Gebiet nicht mehr hergibt. Aber wir wollen Händler, die sich mit Ducati identifizieren und die Marke nicht nur so nebenbei mitlaufen lassen. In Italien haben wir schon aufgeräumt: Da hatten wir 160 Händler, die 3200 Motorräder verkauft haben. Jetzt sind es noch 80, und die verkaufen 5000.Und das könnte ein Importeur nicht organisieren?In dem Umfang, wie wir das wollen, wohl nicht. Deutschland ist ein sehr wichtiger Markt für Ducati, auf dem es viel besser laufen könnte. Daher müssen wir stark investieren, und das kann nur Ducati selbst.

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