Eckl, Harald: Interview (Archivversion) Interview

Herr Eckl, Sie haben das MotoGP-Werksteam für Kawasaki aufgebaut. In letzter Zeit wurden Gerüchte laut, Sie sollten aus der Mannschaft gedrängt werden. Was ist dran?
Mein Vertrag mit dem Mutterkonzern Kawasaki Heavy Industries läuft Ende 2007 aus. Bis dahin wird sich nichts Grundlegendes ändern.

Es hieß, Teamkoordinator Michael Bartholemy und der von Yamaha dieses Jahr neu zu Kawasaki gekommene technische Direktor Ichiro Yoda hätten eigene Pläne – ohne Sie?
Jeder von uns hat ein klar umrissenes Aufgabengebiet zu bearbeiten, wobei er sich natürlich mit den anderen abstimmt. Wenn das reibungslos klappt, funktioniert auch das Team.

Sie sind also nicht der Big Boss im
Kawasaki-MotoGP-Team?
Nein, ich bin nicht der offizielle
Kawasaki-Sportdirektor oder so etwas, sondern ein selbständiger Unternehmer, der die Infrastruktur
für einen MotoGP-Einsatz zur Verfügung stellt. Ich bin in
einer ähnlichen Situation wie Sito Pons, der Besitzer des
Camel-Honda-Satelliten-Teams, der unter anderen Voraussetzungen arbeitet als das eigentliche Repsol-Honda-Werksteam.

Heißt das, Kawasaki hat gar kein echtes MotoGP-Werksteam?
Im Prinzip schon. Inzwischen werden ja Motor und Chassis ohne unsere Einflussnahme in Japan produziert. Uns wird das Material zur Verfügung gestellt, wir setzen es bei den Rennen ein.

Dazu braucht Kawasaki Sie?
Ja, alle Gebäude, Lkw, Fahrzeuge und sonstiges Equipment, das während der Saison benötigt wird, ist in
meinem Besitz.

Was wird Ende 2007 passieren? Wird Kawasaki versuchen, sich von Ihnen zu trennen?
Ich bin seit mehr als 30 Jahren in den verschiedensten Funktionen im Motorradsport aktiv. Das reicht. Ende 2007 wird das Kawasaki-MotoGP-Projekt für mich vermutlich beendet sein. Ich gehe davon aus, dass ich anschließend nicht mehr im Rennsport aktiv bin.

Das Interview führte MOTORRAD-Redakteur Michael Rohrer

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