Editorial 30 Jahre GS

Es fallen Uns nur ganz wenige motorräder ein, die bereits seit 30 Jahren gebaut werden. Vielleicht eine Royal Enfield oder eine Harley-Davidson Sportster. Aus Japan vielleicht noch die Yamaha XT-Baureihe. Dann wird es aber schon sehr dünn. Liegt darin das Geheimnis des grandiosen Erfolgs der BMW-GS-Baureihe? Wurde einfach ein einzigartiges Konzept lange genug durchgehalten?

Beständigkeit ist sicher einer der Gründe für diesen Welterfolg. Während alle anderen Hersteller das Segment Reiseenduro zeitweise vergaßen, entwickelte BMW weiter. Aber das Konzept an sich liefert ebenfalls genug Argumente: Kaum ein Motorenaufbau gibt die Kraft so logisch und geradlinig von der Kurbelwelle zum Kardan weiter. Kaum ein Motor zeigt dabei seine Mechanik so offensiv, rustikal, seriös. Und selbst heutzutage reicht die Luftkühlung völlig aus, um konkurrenzfähige Leistung zu erzeugen. Robustheit strahlte eine GS immer schon aus.

Aber es gab auch Schwachpunkte. So waren die Motoren und vor allem die Getriebe nicht immer wirklich haltbar. Zeitweilig ist das Image der Kuh fleckig geworden. Andererseits: Wenn eine GS einmal umfällt, ist nicht gleich Delle im Tank, Hebel ab und alles im Eimer - eine GS legt sich ganz gemütlich auf Zylinder und Lenker. Solche Offroad-Eigenschaften sind bis heute unerreicht geblieben.

Das ständige Verbessern des Konzepts, ohne die grundsätzliche Auslegung in Frage zu stellen, lohnt sich also. So bleibt man an seinen Kunden dran, behält die schon gewonnenen und gewinnt neue hinzu. Das Resultat: Pünktlich zum 30-jährigen Jubiläum ist die BMW R 1200 GS das meistverkaufte Motorrad über 500 Kubik weltweit! Da kann ich nur sagen: Happy Birthday alte Gummikuh! Du hast es verdient.

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