Editorial Die Schicksale von BMW und MZ

Foto: MRD
Die Schicksale der beiden deutschen Motorradhersteller BMW und MZ könnten nicht unterschiedlicher sein. So schwebt BMW zurzeit im siebten Bajuwarenhimmel. Gewannen die Münchner doch bei der MOTORRAD-Leserwahl fünf von acht Klassen und sind in letzter Zeit auch bei Vergleichstests auf Sieg abonniert. Dazu kommt die neue S 1000 RR weltweit prima an und scheint ein echter Verkaufsrenner zu werden.

Durch die Hölle gehen dagegen die beiden Ex-Grand-Prix-Stars Martin Wimmer und Ralf Waldmann. Ihre Idee, aus MZ wieder einen florierenden Motorradhersteller zu machen, erhielt einen empfindlichen Dämpfer. Die Banken im Land Sachsen spielen nicht mit, und somit ist die geplante 125er-Fertigung erst einmal ad acta gelegt.

Es ist schon zum Mäusemelken: Die 125er-MZ-Maschinchen gehörten immer zu den Guten im Markt - quirliger Motor, solide Fahrwerke. Was soll da schon schiefgehen, könnte man meinen. Doch die Banken sehen das offenbar anders. Warum? Vielleicht ist ihnen die Flut von Ideen, mit denen Wimmer & Co. voran kommen wollen, einfach suspekt. Oder es wurde schon zu viel Schindluder mit dem Namen MZ getrieben. Tatsache ist: In Sachsen wird es so schnell keine 125er-Produktion mehr geben.

Bei BMW übrigens auch nicht. Nach wie vor wollen die Münchner keine Einsteiger-Maschinen bauen. Zu teuer, zu riskant, so schätzen die BMW-Manager einen Einstieg in die Nachwuchsklasse ein. Aber vielleicht ist das auch ganz gut so. Sonst würden sie wohl auch noch diese Kategorie der Leserwahl gewinnen.

Ob der Leserwahl-Sieg der S 1000 RR übrigens gerechtfertigt war, lesen Sie im ersten Teil unseres neuen Megatests sowie in den folgenden Heften.

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