Editorial Horex VR6

wenn mir vor einem halben Jahr einer erzählt hätte, dass in Deutschland ein paar begeisterte Motorradentwickler die Marke Horex wiederbeleben wollen, hätte ich bloß milde gelächelt. Und wenn mir dieser Mensch dann noch von einem 200-PS-Kompressorbolzen mit neuartigem VR6-Motor berichtet hätte - ich hätte ihn zur Märchenstunde in den Kindergarten geschickt.

So kann man sich täuschen. Denn es stimmt. Ein Netzwerk von Motorradprofis und Geschäftsleuten kümmert sich seit fünf Jahren in aller Heimlichkeit um ein fantastisches Projekt: Horex lebt wieder auf und soll schon Ende nächsten Jahres über die Straßen rollen.

Clemens Neese ist die treibende Kraft hinter dem Projekt, sein Geld machte er als Manager ehrbarer Firmen. Und einige, die bisher im Verborgenen wirkten, waren jahrelang in verantwortlicher Position bei anderen Motorradmarken angestellt. Das Ganze scheint also Hand und Fuß zu haben, und ich bin gespannt, wie Sie, liebe Leser, die Horex finden.

Zweites Thema: Zusammen mit dem ADAC führte MOTORRAD nach vielen Jahren erstmals wieder einen Werkstättentest durch. 32 Betriebe von acht Marken wurden verdeckt getestet. Die Ergebnisse (ab Seite 50) waren teilweise sehr durchwachsen. Nur rund ein Viertel aller Werkstätten fand alle eingebauten fünf Fehler. Das ist nicht gut. Und vor allem: Es ist viel schlechter als ähnliche Tests im Autobereich. Dabei müssen sich Motorradfahrer genauso auf ihre Werkstatt verlassen können wie Autofahrer.

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