Editorial Neues von BMW

BMW gewinnt viel zu viele Vergleichstests. So könnte man die unzähligen Leserbriefe zusammenfassen, welche die Redaktion nach Ausgabe 3/2010 erreichten. Sporttourer-Vergleich, 1000er-Vergleich, Brot- und Butter-Vergleich, überall hat BMW inzwischen ein heißes Eisen im Feuer. Das nervt viele Fahrer anderer Marken.


Sie können sich trösten. Denn in einer anderen, für viele auch sehr wichtigen Disziplin haben die Münchner keineswegs die Nase vorn: in der Haltbarkeit. Ja, das bisher nach Punkten in den Tests beste Motorrad, die BMW K 1300 GT, erschütterte uns jetzt mit dem zweiten kapitalen Motorschaden. Explodierte im vergangenen Sommer die Kupplung der BMW, so verhinderte jetzt nur ein aufmerksamer Tester einen weiteren Knall durch Pleuelschaden. Jetzt wird gerade der zweite Motor komplett neu aufgebaut.


Es ist also nicht alles Gold, was glänzt bei BMW. Und ich bin mir auch nicht wirklich sicher, ob die 200-PS-Rakete S 1000 RR halten wird. Das kann erst der MOTORRAD-Dauertest klären. Unser 50000-Kilometer-Test deckt Schwächen gnadenlos auf.


In letzter Zeit häufen sich wieder deutlich die Motorschäden. Da zerbröseln Pleuellager gleich mehrfach, reißen oder fressen Kolben, zerplatzen Getriebe und Kupplungen - schon lange nicht mehr waren Dauertests so wichtig. Und es gibt einen Trend: Meistens trifft es europäische Hersteller. Äußerst selten nur fällt ein japanisches Motorrad aus.
Es gibt also noch zu tun für BMW & Co. Wie sehr man sich beim Thema Haltbarkeit verbessern kann, zeigt übrigens Harley-Davidson. Der große Tourer Road King ist bis heute das zuverlässigste Motorrad, das jemals den Dauertest absolvierte.

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