Editorial (Archivversion) Brot undButter siegen

Ein Blick auf die Zulassungsstatistik 2006 macht es deutlich. Zwar war die BMW GS, wie seit Jahren, wieder die meistverkaufte Maschine in Deutschland. Fast schon langweilig. Doch neben ihr auf dem Podium stehen der Newcomer Honda CBF 1000 und die 600er-CBF, gefolgt von Kawasaki ER-6n, Yamaha FZ6 Fazer sowie Suzuki Bandit 650. Alles Motorräder,
die eines gemeinsam haben: Sie sind ihr Geld wert. Und somit mehr wert als die versammelte, vielfach hochkarätige Konkurrenz.
Man mag diese Modelle langweilig, untermotorisiert, technisch nicht gerade berauschend finden. Aber so urteilt nur der, der es sich leisten kann, vielleicht ein Zweit- oder Drittmotorrad
in der Garage stehen hat.
Die meisten, die sich eine neue Maschine kaufen, wollen
dagegen einen bezahlbaren Allrounder. Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis – genau das bieten die besagten Bestseller,
deshalb sind sie Verkaufsschlager geworden.
Gefährlich wird es für den Rest. Wer preislich nicht mehr passt, wird von den Käufern mit Missachtung bestraft. Das
bekam dieses Jahr BMW zu spüren. Die neue F 800? Teurer
als die stärkere und vierzylindrige Honda CBF 1000. Die neue
R 1200 R? Mit über 11000 Euro ebenfalls jenseits vieler Allrounder. Und die F 650 GS? Schon etwas betagt und wesentlich teurer als sämtliche Mittelklasse-Bikes aus Japan. So findet
sich 2006 nur noch eine BMW unter den Top Ten.
Dabei können die Bayern froh sein, dass die Konkurrenz im GS-Bereich dornröschenschläft. Sonst ginge es den Münchnern schlecht. Keine Frage: Die neue Generation japanischer
Brot-und-Butter-Motorräder ist auf dem Vormarsch. Man darf
gespannt sein, wie die anderen Hersteller darauf reagieren.

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