Editorial (Archivversion) Erfolgsrezepte

Die Saison 2005 ist gelaufen, die Hersteller
addieren ihre Verkaufszahlen, manche können
zufrieden sein, manche nicht. Der deutsche Motorradmarkt ist hart, aber fair. Marken, die sich um eine moderne, den hiesigen Bedürfnissen angepasste Modellpalette bemühen, wie BMW und Triumph, haben Erfolg. Marken, die andere Prioritäten setzten, wie Yamaha und Suzuki, verzeichnen Rückgänge.
Dabei zeigen die Top Ten der Zulassungsstatistik die Rezeptur des Erfolgs. Zwei Maschinen ragen für mich aus der Hitparade der meistverkauften Maschinen heraus: die BMW R 1200 GS und die Honda CBF 600 S.
Die BMW, weil sie all das verkörpert, was ein erfahrener Motorrad-Enthusiast braucht. Einen charaktervollen, starken Motor, ein innovatives Fahrwerk, dazu ein großes Angebot
an Zubehör und Bekleidung. Und die GS bietet eine Multifunktionalität, wie sie keine andere Maschine erzielt. Das Ganze
verpackt in ein rustikales, eigenständiges Design – das passt.
Die Honda stellt die konsequente und typische japanische Maschine dar. Günstig, von hoher Qualität, mit einem robusten Vierzylinder und allen wichtigen Features, die den Vernunftmenschen unter den Motorradfahrern ansprechen. Nichts ragt heraus, aber alles funktioniert gut. Und das zu einem Preis,
der deutlich unter der günstigsten Einzylinder-BMW liegt.
Die große GS von BMW wird wohl auf absehbare Zeit praktisch konkurrenzlos bleiben. Die CBF nicht. Bereits dieses Jahr kam mit der Suzuki Bandit 650 eine echte Konkurrentin,
und die toll gemachte Kawasaki ER-6n wird ebenfalls im CBF-
Revier wildern. Honda tut also gut daran, das CBF-Erfolgsrezept auf die 1000er-Klasse anzuwenden. Die CBF 1000 wird sich
gut verkaufen, mein Tipp für 2006 übrigens.

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