Editorial (Archivversion) MZ: Jetzt heisst es anpacken

In Zschopau herrscht Krisenstimmung.
Die neue Geschäftsführung trat ein schweres Erbe an. Jahrelanges Missmanagement und eine Kette von fatalen Fehlentscheidungen führte MZ unnötigerweise in diese Situation. Und das hat nun schmerzliche Konsequenzen: Die Belegschaft muss den Umsätzen angepasst werden. Von den derzeit noch über 170 Mitarbeitern wird ein guter Teil nach Hause geschickt werden.
Dabei haben die Sachsen in den letzten Monaten überzeugende Arbeit geleistet. Aus der am Markt erfolglosen MZ 1000 S entwickelten sie mit der 1000 SF ein spritziges Naked Bike. Für Tourenfreunde
steht die 1000 ST mit Koffersatz, bequemerem
Lenker und verbesserter Verkleidung zur Verfügung. Beide Maschinen lassen sich inzwischen ganz
ordentlich verkaufen.
Jetzt den Kopf in den Sand zu stecken wäre fatal. Auf einer soliden Basis – die MOTORRAD-Dauertestmaschine läuft und läuft und läuft – kann ein Baukastensystem mit weiteren, Erfolg versprechenden Varianten entwickelt werden.
Ich kann nur hoffen, dass sich der Motorradbauer wieder berappelt und nicht auf halbem Weg stecken bleibt. So wie bei den 125ern. Da baut MZ einen der modernsten und leistungsstärksten Motoren, aber macht nichts daraus. Warum nur, frage ich mich, hat die frühere Geschäftsleitung es versäumt, mit diesem tollen Motor eine wirklich attraktive und marktgerechte Maschine zu entwickeln? Eine schnittige Supersport-
125er zum Beispiel, die hätte die Youngster sicher begeistert und der Marke gut getan.
Jetzt heißt es anpacken bei MZ. Das Tor zum
Markt ist schon ein klein wenig offen. Stoßt es auf!

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