Editorial (Archivversion) Der eigene Weg

Kein Zweifel: Suzuki geht mit der brandheissen
GSX-R 1000 einen eigenen Weg. Der Auspuff bleibt unten
und steckt nicht wie bei Honda, Yamaha, Ducati und MV Agusta unter der Sitzbank. Verkleidung und Heck wurden keinesfalls
dem aktuellen Mainstream unterworfen, sondern präsentieren
sich sehr charakterstark. Das ist mutig. Wenn man sich die mächtige, polygonale Auspufftüte genau anschaut, muss man sogar sagen sehr mutig.
Ich persönlich finde das klasse. Denn endlich streifen die sonst eher zurückhaltenden Suzuki-Designer ihre Fesseln ab und zeigen, was sie können. Während andere sich immer noch ein wenig an der Urmutter des modernen Supersportlers, der Ducati 916, orientieren. Flacher Doppelscheinwerfer, Auspuff unterm Heck, extrem fallende, vorderradorientierte Linienführung, das
hat Ducati zum ersten Mal in Großserie gebracht. Und hätte besser diese Linie weiterverfolgt. Denn nichts ist erfolgreicher,
als eine erfolgreiche Linie zu verfeinern.
So wie Harley-Davidson. Mit der neuen Street Rod bringen
die Amerikaner ein starkes Naked Bike, das auch für unsere Straßenverläufe taugt. Aber die Street Rod bleibt völlig unverwechselbar eine Harley. So muss das sein. Selbst wenn wir
uns vielleicht einen kürzeren Radstand und eine steilere Gabel wünschen, tut Harley gut daran, keine weitere Kopie der Ducati Monster zu bauen.
Ob Suzuki mit der 2005er-GSX-R 1000 ihre neue Supersportler-Linie gefunden hat, wird der Käufer entscheiden. Technisch fehlt es wohl an nichts: »Eine Granate« kabelte Testchef
Ralf Schneider gerade aus Australien durch. Doch lesen Sie
selbst seinen Fahrbericht ab Seite 12.

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